Angebot!

Erythromycin

€0.00

-17%
Erythromycin ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum von Bakterien hemmt. Ihr Arzt kann Erythromycin beispielsweise bei Atemwegsinfektionen, Hautinfektionen oder bestimmten Geschlechtskrankheiten verschreiben. Bitte nehmen Sie das Medikament genau nach Anweisung Ihres Arztes ein und wenden Sie sich bei Fragen oder Nebenwirkungen an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Erythromycin – Patienteninformation für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

  • Internationaler Freiname (INN): Erythromycin
  • Handelsnamen in Deutschland: Erythromycin Steuera®, Erythromycin Infectopharm®, Erythrocin®
  • ATC-Code: J01FA01
  • Darreichungsformen & Stärken:
    • Tabletten und Filmtabletten: 250 mg, 500 mg
    • Retardtabletten: 500 mg
    • Granulat/Saft (zur Herstellung einer Suspension): 125 mg/5 ml, 250 mg/5 ml
    • Infusionslösung: 500 mg pro Durchstechflasche
    • Salbe und Gel (zur äußerlichen Anwendung, z. B. Akne): 20 mg/g
  • Hersteller (u.a.): STADA Arzneimittel AG, InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH, Pfizer Deutschland GmbH
  • Verschreibungsstatus: Rezeptpflichtig (nur gegen ärztliche Verschreibung erhältlich, Apothekenpflicht gemäß AMG/AMVV)

Wirkmechanismus

  • Für Patient:innen erklärt: Erythromycin gehört zu den Makrolid-Antibiotika. Es hemmt die Eiweißsynthese von Bakterien und verhindert damit ihre Vermehrung und Ausbreitung im Körper.
  • Für Fachpersonen: Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese durch reversible Bindung an die 50S-Untereinheit des Ribosoms. Wirkt bakteriostatisch gegen grampositive und einige gramnegative Erreger.
Zielmikroorganismen Beispiele
Grampositive Bakterien Streptococcus pyogenes, Staphylococcus aureus
Gramnegative Bakterien Neisseria gonorrhoeae, Bordetella pertussis
Intrazelluläre Erreger Mycoplasma pneumoniae, Chlamydien

Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme gute, aber variable Bioverfügbarkeit (35–70%), schneller Wirkeintritt (1–2 Stunden).
  • Metabolisierung: Lebermetabolismus (CYP3A4). Achtung bei Leberfunktionsstörung; Dosisanpassung kann erforderlich sein.
  • Elimination: Hauptsächlich biliär (Leber/Galle) und teilweise renal (über die Nieren).
  • Halbwertszeit: 1,5–2,5 Stunden (Standardtablette), bis 4 Stunden (Retardform).
  • Wirksamkeitsdauer: In der Regel 6–12 Stunden, daher mindestens 2- bis 4-mal tägliche Einnahme.

Anwendung im Alltag und Praxisempfehlungen

  • Typische Dosierung Erwachsene: 3 x täglich 250–500 mg oral, im Abstand von 6–8 Stunden.
  • Anwendung bei Kindern: 30–50 mg/kg Körpergewicht/Tag, aufgeteilt in 2–4 Dosen.
  • Dauer der Therapie: In der Regel 7–14 Tage, abhängig von der Indikation.
  • Medikament regelmäßig und zum selben Zeitpunkt einnehmen (Wirkspiegel beachten).
  • Nicht eigenständig ohne ärztlichen Rat absetzen!
  • Infusionslösungen werden ausschließlich stationär bzw. in der Praxis angewendet.
  • Salben/Gele: dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen, 1–2 Mal täglich.

Einnahme morgens oder abends – Was ist zu beachten?

  • Bei mehrmaliger täglicher Einnahme möglichst feste Einnahmezeiten einhalten (z. B. morgens, mittags, abends).
  • Vorteil morgen: Leichtere Erinnerung, weniger Interaktionen mit Schlafmitteln/anderen Abendmedikamenten.
  • Abenddosis: Bei Schlafstörungen Vorsicht! Selten verursacht Erythromycin Unruhe.
  • Tipp: Die regelmäßige Einnahme ist wichtiger als der genaue Zeitpunkt. Bei Unsicherheiten Rücksprache mit Arzt oder Apotheker halten.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Erythromycin kann den Magen reizen. Die Einnahme vor den Mahlzeiten (mind. 30 Minuten vorher oder 2 Stunden nachher) sorgt für bessere Aufnahme.
  • Bei Magenproblemen ist die Einnahme mit leichter Kost (z. B. Brot, Banane, Joghurt) akzeptabel, wobei die Bioverfügbarkeit leicht sinken kann.
  • Tipp für deutsche Essgewohnheiten: Fettreiche, schwere Speisen (z. B. Wurst, Käse, Braten) können Magenbeschwerden verstärken – leichte Kost bevorzugen.
  • Mineralwasser/flüssige Nahrung bevorzugen, kein Grapefruitsaft oder Cola (Interaktionsgefahr).

Wechselwirkungen (Interaktionen)

Kategorie Beispiel Hinweis
Lebensmittel Grapefruitsaft, Alkohol Kann Bioverfügbarkeit beeinflussen oder Nebenwirkungen verstärken.
Arzneimittel Statine (z. B. Simvastatin), Antikoagulantien, orale Kontrazeptiva Erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen oder verminderte Wirksamkeit – ggf. Dosisanpassung.
Weitere Antibiotika Clindamycin, Chloramphenicol Können sich gegenseitig in der Wirkung hemmen.
Magensäureblocker Omeprazol, Pantoprazol Kann Resorption beeinflussen.

Indikationen

Indikation Status Bemerkung
Infektionen der oberen Atemwege (z. B. Tonsillitis, Pharyngitis) offiziell Vor allem bei Penicillinallergie
Pneumonie (atypisch, ambulant erworben) off-label Alternative bei Unverträglichkeit anderer Substanzen
Haut- und Weichteilinfektionen offiziell z. B. Impetigo contagiosa, Erysipel
Akne vulgaris (äußerlich) offiziell Meist als Gel/Salbe verschrieben
Keuchhusten (Bordetella pertussis) offiziell Therapie und Prophylaxe in Ausbruchssituationen
Chlamydieninfektionen offiziell u. a. bei Schwangeren
H. pylori-Eradikation off-label als Bestandteil einer Triple-Therapie

Dosierung nach Indikation

Indikation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Atemwegsinfektionen 3–4 x 250–500 mg/Tag 30–50 mg/kg/Tag, aufgeteilt wie Erwachsene, ggf. Dosisreduktion bei Leberinsuffizienz
Akne (äußerlich) 1–2 x täglich als Gel/Salbe s. Erwachsene s. Erwachsene
Pertussis 500 mg 2 x täglich für 7 Tage Klärung nach Gewicht, mind. 7 Tage w. o.
H. pylori-Eradikation 500 mg 2 x täglich (Kombinationstherapie) nicht empfohlen w. o.

Sicherheitsprofil, Nebenwirkungen und Warnhinweise

Häufigkeit Nebenwirkung Bemerkung
Sehr häufig Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen Vor allem bei höherer Dosierung oder Einnahme auf leeren Magen
Häufig Mundsoor, Geschmacksstörungen bedingt durch Störung der Mundflora
Gelegentlich Leberwertstörungen, Hautausschlag Klinische Kontrolle empfohlen
Selten Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung), Allergie Bei Vorerkrankung/gleichzeitiger QT-verlängernder Medikation Risiko erhöht
Sehr selten Schwere allergische Reaktion, Cholestatische Hepatitis Sofort ärztliche Hilfe suchen

Leitfaden für die korrekte Anwendung

  • Therapie bis zum Ende der verordneten Dauer fortsetzen (auch wenn Sie sich wieder besser fühlen).
  • Verpassen Sie eine Einnahme, holen Sie diese sobald wie möglich nach, aber nicht doppelt einnehmen.
  • Lagern Sie das Präparat trocken, lichtgeschützt und außerhalb der Reichweite von Kindern.
  • Mündlich verordnete Antibiotika nicht an Dritte weitergeben.
  • Regelmäßige Kontrolle auf Nebenwirkungen und Rücksprache mit dem Arzt bei Auffälligkeiten.
  • Bei bestehenden Leber- oder Nierenproblemen mögliche Dosisanpassung und engmaschige Kontrolle erforderlich.
  • Für Salben/Gele gilt: Nur auf die Haut auftragen, Augen/Schleimhäute meiden.

Alternative Therapiemöglichkeiten (erstattbare Medikamente, Kurzübersicht)

  • Clarithromycin (Makrolid): Bessere Magenverträglichkeit, ähnliche Wirksamkeit. Pro: Tägliche Einnahme, gute Akne- und Infektionsbehandlung. Contra: Häufigere Arzneimittelinteraktionen, teurer.
  • Azithromycin (Makrolid): Einmal tägliche Einnahme, kurze Therapiedauer. Pro: Weniger Nebenwirkungen, besonders verträglich. Contra: Teils eingeschränkte Wirksamkeit bei bestimmten Erregern.
  • Penicilline (z. B. Amoxicillin): Standard bei empfindlichen Erregern und keiner Allergie. Pro: Meist besser wirksam, weniger Interaktionen. Contra: Nicht bei Penicillinallergie einsetzbar.
  • Tetracycline (z. B. Doxycyclin): Für Haut- und Atemwegsinfekte. Pro: Gute Wirksamkeit. Contra: Nicht für Kinder unter 8 Jahre/n, Risiko für Zahnverfärbungen.
  • Alle genannten Alternativen sind regulär auf Rezept erhältlich und von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erstattungsfähig, sofern die Indikation besteht.

Rechtslage, Registrierung und Erstattungsstatus in Deutschland

  • Zulassung: Erythromycin ist u.a. in der EU und durch das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen.
  • Verschreibungspflicht: In Deutschland verschreibungspflichtig laut Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV).
  • Apothekenpflicht: Nur in Apotheken erhältlich.
  • Erstattung: Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt die Kosten bei medizinischer Notwendigkeit und nach ärztlicher Verordnung.
  • Importierte Präparate: Nur nach gesonderter ärztlicher Verordnung bzw. als Einzelimport (§ 73 AMG).

Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Jüngste deutsche AWMF-Leitlinien (u. a. "Antibiotikatherapie bei oberen Atemwegsinfektionen", Stand 2023): Erythromycin als Alternative bei Penicillinallergie.
  • Empfehlung des RKI (Robert Koch-Institut) für Keuchhusten-Eradikation, Stand 2024.
  • Studie 2024, Deutsches Ärzteblatt: Makrolide wie Erythromycin bleiben essenziell, wenn Penicilline nicht gegeben werden können (Präparate-Vergleichsstudie).
  • Internationale Metaanalyse 2023: Gute Wirksamkeit bei ambulant erworbener Pneumonie und Chlamydieninfektion, aber Risiko für vermehrte QT-Verlängerung durch Interaktionen.
  • Bitte beachten Sie weitere Hinweise auf www.bfarm.de, www.akdae.de oder im Ärzteblatt.

Verfügbarkeit und Lieferung (Stand: Juni 2024)

Packungsgröße Inhalt Apothekenpreis* (€) Lieferung (Tage), Berlin Lieferung (Tage), Hamburg Lieferung (Tage), München
Normpackung 20 Tabletten à 500 mg ca. 18,50 1–2 1–2 1–2
Großpackung 100 Tabletten à 250 mg ca. 59,00 2–3 2–3 2–3
Suspension 100 ml (250 mg/5 ml) ca. 23,60 1–2 1–2 1–2
Gel 30 g/Tube ca. 12,90 2–4 2–4 2–4
*Preise können von Apotheke zu Apotheke im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben leicht abweichen (UVP).

FAQ – Häufige Patientenfragen und Antworten

  1. Kann ich Erythromycin bei Penicillinallergie nehmen?
    Ja, Erythromycin ist ein bewährtes Antibiotikum für Menschen mit Penicillinunverträglichkeit und wird häufig als Alternative eingesetzt.
  2. Darf ich während der Einnahme Alkohol trinken?
    Alkohol sollte während der Antibiotikatherapie gemieden werden, da er Nebenwirkungen verstärken und die Wirkung beeinträchtigen kann.
  3. Was mache ich, wenn ich eine Dosis vergesse?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis sofort ein, sofern bis zur nächsten planmäßigen Einnahme noch mehr als 3 Stunden verbleiben. Überschneidet sich dies, lassen Sie die Dosis aus und fahren Sie wie gewohnt fort – niemals doppelt einnehmen!
  4. Wie lange dauert es, bis Erythromycin wirkt?
    Die meisten Patient:innen spüren nach 2–3 Tagen eine Besserung. Die Behandlung muss dennoch vollständig durchgeführt werden, um Resistenzentwicklung zu vermeiden.
  5. Wann ist ärztliche Rücksprache erforderlich?
    Bei schweren Nebenwirkungen (z. B. anhaltender Durchfall, starker Hautausschlag, Atemnot, Herzbeschwerden) oder nach 3 Tagen ohne Besserung kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill