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Eldepryl (Selegiline)

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Eldepryl enthält den Wirkstoff Selegilin und wird zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt. Es hilft, die Symptome wie Zittern und Muskelsteifheit zu lindern, indem es den Abbau des Botenstoffs Dopamin im Gehirn verlangsamt. Eldepryl kann als Ergänzung zu anderen Parkinson-Medikamenten verordnet werden. Ihr Arzt legt die passende Dosierung fest. Bitte fragen Sie bei Unsicherheiten Ihren Arzt oder Apotheker.

Produktbeschreibung: Eldepryl® (Selegilin) – Umfassende Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN)Selegilin
Handelsnamen in DeutschlandEldepryl® (Temmler), Juprilex®, Selegilin AbZ®, Generika
ATC-CodeN04BD01
Verfügbare Darreichungsformen & StärkenTabletten: 5 mg, 10 mg; Kapseln: 5 mg (selten); Orale Lyophilisate: 1,25 mg
HerstellerTemmler Pharma GmbH & Co. KG, AbZ-Pharma GmbH, diverse Generikahersteller
VerschreibungsstatusRezeptpflichtig (Arzneimittelgesetz, AMG)

Wirkmechanismus

Einfach erklärt: Eldepryl® enthält den Wirkstoff Selegilin, der gezielt das Enzym Monoaminoxidase Typ B (MAO-B) im Gehirn hemmt. Dadurch werden Dopamin und andere Botenstoffe langsamer abgebaut. Dies kann helfen, die Symptome der Parkinson-Krankheit zu lindern.
Für Spezialisten: Selegilin ist ein selektiver, irreversibler MAO-B-Inhibitor. Im ZNS führt die Hemmung von MAO-B zu einer erhöhten intraneuronalen Dopaminkonzentration. In höheren Dosen kann eine gewisse MAO-A-Hemmung nicht ausgeschlossen werden, was klinisch relevante Interaktionen verursacht.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Gabe rasche, aber variable Resorption (Bioverfügbarkeit ca. 10–30 % wegen hohem First-Pass-Metabolismus).
  • Metabolisierung: Hepatisch durch CYP2B6, CYP2C19 und CYP3A4; hauptsächliche Metaboliten sind L-(–)-Desmethylselegilin sowie L-Methamphetamin und Amphetamin in geringer Menge.
  • Elimination: Etwa 15 % unverändert renal. Eliminationshalbwertszeit ca. 1,5–3 Stunden, inaktive Metaboliten länger nachweisbar.
  • Dauer der Wirkung: Die Enzymhemmung hält bis zu 1 Woche an, da die MAO-B irreversibel blockiert wird; neue Enzymsynthese nötig.

Anwendung im Alltag & Best Practices

Selegilin ist in Deutschland hauptsächlich zur Begleittherapie der idiopathischen Parkinson-Krankheit zugelassen, meist als Zusatz zu Levodopa-Präparaten. Es kann Frühstadien auch als Monotherapie verschrieben werden.

Empfohlene Dosierung:

  • Erwachsene (Standard): 5 mg morgens, bei Bedarf weitere 5 mg mittags; Maximaldosis: 10 mg/Tag (Tablettenform).
  • Kinder: Anwendung nicht zugelassen.
  • Ältere Patienten: Keine generelle Dosisanpassung notwendig, aber erhöhte Vigilanz bei Nebenwirkungen.
Die Einnahme erfolgt bevorzugt morgens oder morgens und mittags, nie abends, um Schlafstörungen zu vermeiden.

Morgendliche vs. abendliche Einnahme

Morgens: Empfohlen zur Vermeidung von Schlafstörungen und zur Unterstützung des natürlichen Dopaminrhythmus.
Abends: Nicht empfohlen, da zentral stimulierende Effekte zu Insomnie führen können.
Tipp: Möglichst zur gleichen Tageszeit einnehmen. Bei zweimal täglicher Dosis: morgens und frühestens mittags.

Einnahme zu den Mahlzeiten – Was ist zu beachten?

Selegilin-Kapseln/Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Die Wirkung wird durch Nahrungsaufnahme wenig beeinflusst. In hochdosierten Therapien sollten deutsche typische tyraminreiche Lebensmittel wie gereifter Käse, Sauerkraut oder bestimmte Wurstwaren gemieden werden, um das Risiko eines „Cheese-Effect“ (hypertensive Krise) zu minimieren.

Wechselwirkungen & Warnhinweise

Interaktion Beispiele Konsequenz/Ratschlag
Andere MAO-Hemmer/Antidepressiva SSRIs, SNRIs, Trizyklische, MAO-Hemmer Serotoninsyndromgefahr! NIE kombinieren – strenge Wartezeit zwischen Absetzen/Neueinnahme (mind. 14 Tage).
Tyraminreiche Nahrung Reifer Käse, Salami, Rotwein Bei Standarddosis normalerweise unproblematisch, aber bei höheren Dosen meiden.
Sympathomimetika Nasensprays, Appetitzügler, einige Asthmamedikamente Bluthochdruckkrisen möglich – nur unter ärztlicher Kontrolle.
Levodopa-Präparate Kombinationspräparate Erhöhung der dopaminergen Effekte; Dosisanpassung von Levodopa kann erforderlich sein.
Alkohol Spirituosen, Mischgetränke Mögliches Risiko für zentrale Nebenwirkungen; maßvoll konsumieren – im Zweifel Arzt/Apotheke fragen.

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Offizielle Zulassung (in Deutschland)Off-Label-Use
Begleittherapie der idiopathischen Parkinson-Erkrankung, insbesondere mit Levodopa Frühe Monotherapie bei milden motorischen Symptomen
Bei depressiver Episode (selten in der Geriatrie, nicht offiziell zugelassen)

Dosierung je nach Indikation und Patientengruppe

Patientengruppe Indikation Dosis & Hinweise
Erwachsene Parkinson (Kombitherapie) 5 mg morgens; ggf. plus 5 mg mittags; max. 10 mg/Tag
Ältere wie oben gleiche Dosis, aber verstärkte Beobachtung auf Nebenwirkungen
Kinder/Jugendliche Nicht zugelassen Keine Anwendung
Leber- oder Niereninsuffizienz Vorsicht! Anwendung sorgfältig prüfen. Individuelle Dosierung, ggf. engmaschige Kontrolle

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schlafstörungen/Insomnie, Unruhe
  • Häufig: Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, orthostatische Hypotonie, Halluzinationen, gastrointestinale Beschwerden
  • Gelegentlich: Verwirrtheit, Impulsstörungen, Halluzinationen, Muskelzucken
  • Selten: Herzrhythmusstörungen, Überempfindlichkeitsreaktionen, hypertensive Krisen bei tyraminreicher Kost, serotonerges Syndrom bei Interaktion mit Antidepressiva
  • Warnung: Erste psychische Veränderungen, Muskelzuckungen, starke Unruhe oder Fieber sofort ärztlich abklären lassen!

Anwendungshinweise – Beratungstipps aus Ihrer deutschen Apotheke oder Klinik

  • Tabletten nicht zerkauen, mit ausreichend Wasser schlucken.
  • Einnahme wenn möglich zu festen Tageszeiten fördert Therapietreue.
  • Regelmäßige Verlaufskontrollen (Blutdruck, Leberwerte, Beweglichkeit) vereinbaren.
  • Bei Unruhe/Schlaflosigkeit auf Einnahme nach 15 Uhr verzichten.
  • Medikamentenpass für Notfälle mitführen (besonders bei mehr als einem Parkinson-Mittel und bei Kombinationstherapie).

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (Kassenleistung – GKV)

  • Levodopa/Carbidopa (z.B. Madopar®, Sinemet®): Goldstandard, sehr wirksam bei motorischen Symptomen, aber Risiko für Nebenwirkungen wie Dyskinesien.
  • Dopaminagonisten (z.B. Pramipexol, Ropinirol): Alternative, z.T. weniger Dyskinesien, aber Schlaf- und Impulsstörungen möglich.
  • COMT-Hemmer (z.B. Entacapon): Kombinationspartner zur Verbesserung der Levodopa-Wirkung.
  • Amantadin: Wirkt bei Dyskinesien, auch als Add-on-Therapie.
  • Rasagilin: Ähnlicher MAO-B-Hemmer, jedoch günstigere Nebenwirkungsprofil; ähnlich wirksam, etwas höhere Kosten.
SubstanzVergleich zu SelegilinRezeptpflicht/GKV-Erstattung
LevodopaStärkste motorische Wirkung, Risiko: motorische KomplikationenRezeptpflichtig, Kassenleistung
RasagilinWeniger Wechselwirkungen, teurerRezeptpflichtig, Kassenleistung
PramipexolBei Jüngeren beliebt; Impulskontrollstörungen möglichRezeptpflichtig, Kassenleistung

Rechtsstatus, Zulassungs- & Erstattungsbedingungen in Deutschland

  • Zulassungsbehörde: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM); EMA-EU-Zulassung
  • Verschreibungsstatus: Verschreibungspflicht (nur auf Rezept in der Apotheke erhältlich; §48 AMG)
  • Erstattung (GKV): JA, in der Regel voll/anteilig je nach individuellen Zuzahlungsregeln
  • Eintrag in Datenbanken: Rote Liste, Gelbe Liste (Deutschland)

Aktuelle Forschung und medizinische Leitlinien (2022–2025)

Nach aktueller S3-Leitlinie "Idiopathisches Parkinson-Syndrom" (AWMF, 2023) bleibt Selegilin unverzichtbarer Bestandteil v.a. für jüngere Patienten im Frühstadium und als Add-on zu Levodopa.
Rezente Studien (Gr. Gesellschaft für Neurologie 2024; Zapata et al., Movement Disorders 2023) zeigen insbesondere für Nicht-Motor-Symptome und die Lebensqualität Vorteile, aber keine eindeutige Neuroprotektion.
EMA und BfArM warnen weiterhin vor serotonergen Interaktionen; regelmäßige Medikamentenchecks empfohlen.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

HandelsformPackungsgrößeUVP (indicativ, 2024)Lieferzeit* (Berlin, München, Köln, Hamburg)
Tabletten 5 mg 20, 50, 100 Stück ab 20,80 € 24–48 h (Berlin, Hamburg), 1–3 Werktage (München, Köln)
Tabletten 10 mg 50 Stück ab 36,90 € 24–48 h (alle Städte)
Orales Lyophilisat 1,25 mg 30, 60 Stück ab 45,50 € 2–4 Werktage (Region abhängig)

*Angaben ohne Gewähr; Sonderbestellungen möglich.

FAQ – Häufige Patientenfragen und Antworten

  1. Wie lange muss ich Eldepryl® einnehmen?
    Die Therapie ist in der Regel langfristig geplant. Die Behandlung sollte ohne Rücksprache mit Arzt/Ärztin nie eigenständig beendet oder pausiert werden.
  2. Kann ich Selegilin mit anderen Parkinson-Medikamenten kombinieren?
    Ja, häufig ist eine Kombination mit Levodopa oder Dopaminagonisten medizinisch sinnvoll und Teil moderner Behandlungskonzepte. Dennoch sollten alle Änderungen nur auf ärztlichen Rat erfolgen, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
  3. Darf ich während der Selegilin-Therapie Autofahren?
    Solange keine geistigen Einschränkungen (Halluzinationen, Schwindel etc.) auftreten, ist Autofahren in der Regel möglich. Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte auf das Fahren verzichtet und ärztlicher Rat eingeholt werden.
  4. Ist eine Einnahme zu den Mahlzeiten notwendig?
    Nein, die Einnahme ist unabhängig von Mahlzeiten möglich. Bei auftretender Übelkeit kann eine Einnahme nach dem Essen empfohlen werden.
  5. Gibt es pflanzliche Alternativen?
    Es gibt keine vergleichbar wirksamen pflanzlichen oder rezeptfreien Alternativen zu Selegilin bei Parkinson. Von Selbstexperimenten mit Nahrungsergänzungsmitteln wird abgeraten. Im Zweifel beraten Sie gern Ihr Hausarzt oder Ihre Apotheke.

Hinweis: Diese Patienteninformation ersetzt nicht das individuelle Beratungsgespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Bei Unsicherheiten oder Nebenwirkungen suchen Sie bitte umgehend medizinischen Rat!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill, 360 pill