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Clarithromycin

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Clarithromycin ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung von bakteriellen Infektionen wie Atemwegs-, Haut- oder Racheninfektionen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum der Bakterien hemmt. Die Einnahme sollte immer genau nach Anweisung des Arztes erfolgen. Häufige Nebenwirkungen können Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Übelkeit sein. Informieren Sie Ihren Arzt bei Unverträglichkeiten oder bestehenden Vorerkrankungen.

Clarithromycin – Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Clarithromycin
Handelsnamen in Deutschland Klarithromycin-ratiopharm®, Klacid®, Clarithromycin-1A Pharma®, u.a.
ATC-Code J01FA09
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten (250 mg, 500 mg), Retardtabletten (500 mg), Granulat zur Herstellung einer Suspension (125 mg/5 ml, 250 mg/5 ml)
Hersteller ratiopharm, Hexal, Mylan, Pfizer, Abbott, weitere
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtig gemäß AMG, Apothekenpflicht)

Wirkmechanismus (Erläuterung für Patienten und Fachpersonal)

Klarithromycin gehört zur Gruppe der Makrolid-Antibiotika. Es wirkt, indem es das Wachstum bestimmter Bakterien hemmt oder diese abtötet. Dies geschieht durch Blockierung der Proteinsynthese der Bakterien. Für Spezialisten: Klarithromycin bindet an die 50S-Untereinheit bakterieller Ribosomen und hemmt dadurch die Translokation der Peptidkette im Rahmen der Proteinbiosynthese.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Rasche Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt, Bioverfügbarkeit liegt bei ca. 50%. Die Retardform gibt den Wirkstoff verzögert ab.
  • Verteilung: Gute Gewebeverteilung, auch in die Atemwege und in die Haut.
  • Metabolisierung: Abbau überwiegend in der Leber durch Cytochrom P450 3A4 zu aktivem Metaboliten (14-Hydroxyclarithromycin).
  • Elimination: Ausscheidung hauptsächlich über die Nieren und zum Teil mit dem Stuhl.
  • Wirkdauer: Die Halbwertszeit beträgt ca. 3–7 Stunden (bzw. 5–7 Stunden bei Retardtabletten).

Anwendung im Alltag & Praktische Hinweise

Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt 2-mal täglich 250 mg bis 500 mg, bei schweren Infektionen bis zu 1000 mg/Tag (oft verteilt auf 2 Gaben). Kinder erhalten meist eine Dosierung entsprechend Körpergewicht (7,5 mg/kg KG alle 12 Stunden). Die Behandlung dauert in der Regel 5–14 Tage, je nach Infektionsart.
Hinweis für Deutschland: Halten Sie sich immer an die ärztliche Anordnung. In der Regel nimmt man Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Jede Einnahme sollte möglichst zur gleichen Uhrzeit erfolgen, um einen gleichmäßigen Blutspiegel zu gewährleisten.

Morgens oder abends einnehmen?

  • Zwischen den Einnahmen sollte ein möglichst regelmäßiger Abstand von 12 Stunden (bei 2-mal täglicher Einnahme) liegen, z. B. morgens gegen 8 Uhr und abends gegen 20 Uhr.
  • Bei Einmaldosis am Tag (Retardtabletten): Einnahme möglichst zeitgleich, vorzugsweise mit einer Mahlzeit.
  • Tipp: Ein fester Einnahmezeitpunkt erleichtert das Erinnern und die Therapieadhärenz.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit?

Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Allerdings kann die Verträglichkeit verbessert werden, wenn das Präparat nach dem Frühstück oder Abendessen eingenommen wird – dies reduziert häufige Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden.
Deutsche Ernährung (typisch Brotmahlzeit, Mischkost) erschwert die Aufnahme nicht. Bei der Retardform ist eine Einnahme mit einer Mahlzeit empfohlen.

Wichtige Wechselwirkungen

Interaktionspartner Empfehlung/Hinweis
Statine (z. B. Simvastatin, Atorvastatin) Erhöhtes Risiko für Muskelschäden (Rhabdomyolyse); evtl. Pause während der Therapie!
Blutverdünner (Warfarin, Phenprocoumon) Verstärkte Wirkung, INR-Kontrolle erforderlich
Antiepileptika (Carbamazepin, Phenytoin) Spiegel können erhöht werden; engmaschige Kontrolle
Herzglykoside (Digoxin) Digoxin-Spiegel kann steigen; Symptomüberwachung
Benzodiazepine Verstärkte Sedierung; ggf. Dosisanpassung nötig
Grapefruitsaft, Alkohol Grapefruit meiden! Alkohol: keine bekannte relevante Wechselwirkung, aber meiden bei Magen-Darm-Beschwerden
Andere QT-Zeit verlängernde Medikamente Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt

Indikationen (Zulassung und Off-Label)

Indikation Status Kurze Beschreibung
Atemwegsinfektionen (z. B. Bronchitis, Pneumonie) Zulassung Alternative bei Penicillinallergie oder gemischten bakteriellen Erregern
Sinusitis, Otitis media Zulassung Bei bakteriellen Infektionen des Nasen-Rachen-Raums
Haut- und Weichteilinfektionen Zulassung Z. B. Erysipel, Impetigo
Helicobacter pylori-Eradikation Zulassung In Kombination mit anderen Antibiotika und Protonenpumpenhemmern
Mykobakteriose (atypische Mykobakteriose) Zulassung Therapie und Prophylaxe, insb. bei HIV
Off-label: Borreliose, Rosazea, Lyme neuroborreliosis Off-Label Nach individueller ärztlicher Abwägung

Dosierung abhängig von klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Kinder Ältere / Patienten mit Niereninsuffizienz
Bakterielle Atemwegsinfektion 2 × 250–500 mg/Tag für 7–14 Tage 7,5 mg/kg KG alle 12 Std. Anpassung bei GFR < 30 ml/min: 2 × 250 mg/Tag (max. 14 Tage)
Helicobacter pylori-Eradikation 2 × 500 mg/Tag (in Kombination) Nicht zugelassen unter 12 Jahren Wie Erwachsene
Mykobakteriose 2 × 500 mg/Tag 7,5–15 mg/kg KG/Tag Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufigkeit Nebenwirkungen Hinweise
Sehr häufig
(>10%)
Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Geschmacksstörung Meist mild und vorübergehend
Häufig
(1–10%)
Erbrechen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Hautausschlag Symptomatisch behandelbar
Gelegentlich / Selten
(0,01–1%)
Leberwertanstieg, Gelbsucht, schwere Hautreaktionen, Hörstörungen Bei Warnzeichen Arzt informieren!
Sehr selten Leberschaden, QT-Verlängerung, Pankreatitis, Stevens-Johnson-Syndrom Therapieabbruch und sofortige Vorstellung

Ratschläge zur korrekten Anwendung

  • Tabletten unzerkaut mit einem Glas Wasser einnehmen.
  • Suspension vor Gebrauch gut schütteln. Dosierlöffel oder Spritze verwenden.
  • Niemals eigenmächtig Dosis ändern oder Therapie vorzeitig beenden – auch wenn Sie sich besser fühlen.
  • Antibiotikaresistenzen vermeiden: Therapie exakt laut Verordnungsplan abschließen.
  • Melden Sie bei allergischen Reaktionen (Atemnot, Hautausschlag) sofort einen Arzt.
  • Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Apotheker oder Arzt.
  • Medikament für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Alternative Behandlungsoptionen (mit GKV-Erstattung)

  • Amoxicillin (Penicillin-Gruppe): Sehr gute Wirksamkeit gegen viele Erreger, günstiges Nebenwirkungsprofil; nicht geeignet bei Penicillinallergie.
  • Doxycyclin (Tetracyclin): Breitbandantibiotikum, gut für Atemwegs- und Hautinfektionen, nicht bei Kindern unter 8 Jahren.
  • Azithromycin (anderes Makrolid): Ähnliche Wirksamkeit, längere Halbwertszeit, meist kürzere Therapiedauer (3–5 Tage), aber mehr Wechselwirkungen mit Herzmedikamenten.
  • Cefuroxim (Cephalosporin): Reservepräparat, oral einnehmbar, gute Verträglichkeit. Für Beta-Lactam-allergische Patienten nicht geeignet.
  • Vergleich: Klarithromycin ist besonders nützlich bei Penicillinallergie oder spezifischen Erregern (z. B. atypische Mykobakterien, Helicobacter pylori).

Rechtlicher Status und Erstattung in Deutschland

  • Rezeptpflicht: Nur mit ärztlicher Verordnung (nach § 48 AMG).
  • Regelmäßige Kontrolle durch: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI).
  • GKV-Erstattung: Gilt bei Notwendigkeit und entsprechend der Richtlinie (Zuzahlung möglich/prozentual geregelt).
  • Im deutschen Arzneimittelregister gelistet.

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI): Klarithromycin weiterhin Standardtherapie bei bestimmten ambulant erworbenen bakteriellen Infektionen und im Rahmen der Helicobacter-pylori-Eradikation.
  • RKI (Robert Koch-Institut, 2023): Beachtung von Resistenztendenzen, insbesondere bei Pneumokokken und Mycoplasmen. Generell Rückgang schwerer Nebenwirkungen laut aktueller Pharmakovigilanzdaten.
  • AWMF-Leitlinie Atemwegsinfekte 2024: Makrolide (einschließlich Klarithromycin) reserviert bei Penicillinallergie und spezifischen Indikationen.
  • Internationale Studien (u. a. Lancet Infect Dis 2023): Langzeitverträglichkeit und Effektivität bei COPD-Exazerbationen und Mykobakteriosen bestätigt, jedoch Hinweise zu QT-Verlängerung beachten.

Verfügbarkeit und Lieferung in Deutschland

PZN Darreichungsform Paketgröße Indikativer Apothekenpreis* Lieferzeitraum (Berlin, München, Hamburg, Frankfurt)
04515876 Filmtabletten 500 mg 14 Stück ca. 19–23 € 1–2 Werktage (regional evtl. am selben Tag)
04839334 Retardtabletten 500 mg 14 Stück ca. 22–26 € 1–2 Werktage
02093644 Granulat 125 mg/5 ml 50 ml ca. 18–21 € 1–2 Werktage

*Preise können lokal variieren. GKV-Zuzahlung möglich.

FAQ – Häufig gestellte Patientenfragen

  1. Kann ich unter der Einnahme von Klarithromycin Alkohol trinken?
    Alkohol ist nicht ausdrücklich verboten, erhöht aber das Risiko für Magen-Darm-Nebenwirkungen. Verzichten Sie im Zweifel besser darauf.
  2. Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?
    Holen Sie die vergessene Dosis möglichst rasch nach, wenn noch mindestens 6 Stunden bis zur nächsten Einnahme verbleiben. Andernfalls fahren Sie mit dem regulären Schema fort und nehmen keine doppelte Dosis ein.
  3. Ist Klarithromycin auch bei einer Penicillinallergie geeignet?
    Ja, Klarithromycin wird in Deutschland häufig als Alternative bei Penicillinallergie verschrieben.
  4. Kann ich das Medikament zur Notfallbehandlung von Infekten verwenden?
    Nein, Klarithromycin darf nur gemäß ärztlicher Verschreibung und bei bestätigter bakterieller Infektion eingenommen werden.
  5. Ist eine Fahrtüchtigkeit während der Therapie gewährleistet?
    Im Allgemeinen ja, bei Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit oder Sehstörungen sollten Sie auf das Führen von Fahrzeugen verzichten.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg

Paket: No selection

28 pill, 32 pill, 60 pill, 84 pill, 92 pill, 120 pill, 180 pill