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Antivert (Meclizine)

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Antivert (Meclizin) ist ein Medikament zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit, Schwindel und Erbrechen, die durch Reisekrankheit oder Störungen des Gleichgewichtsorgans verursacht werden. Es wirkt, indem es das Gleichgewicht und Übelkeitsgefühl im Gehirn beeinflusst. Antivert sollte genau nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Bitte beachten Sie mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit und trockenen Mund. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Antivert (Meclizin) – Patienteninformation

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Meclizin
Handelsnamen in Deutschland Antivert®, Vertigo-Vomex®, Emesan®
ATC-Code N07CA03
Verfügbare Darreichungsformen/Stärken Tabletten (12,5 mg, 25 mg, 50 mg), Kautabletten
Hersteller (Deutschland) A. Nattermann & Cie GmbH, Krewel Meuselbach GmbH, diverse Generika-Hersteller
Verschreibungsstatus Apothekenpflichtig (Rezeptfreie Abgabe möglich bei niedrigen Stärken, verschreibungspflichtig bei bestimmten Indikationen)

Wirkungsmechanismus

Für Patienten: Meclizin wirkt im Gehirn auf das Gleichgewichtszentrum ein und hilft, Schwindel und Übelkeit zu lindern. Dadurch eignet sich das Mittel insbesondere bei Reisekrankheit, Schwindel (Vertigo) und Übelkeit aufgrund von Gleichgewichtsstörungen.

Für Fachleute: Meclizin ist ein Antihistaminikum der Klasse H1, das vestibuläre Afferenzen im Nucleus vestibularis zentral hemmt. Es besitzt antiemetische Effekte durch Hemmung von Histamin in Hirnstamm und Labyrinth. Seine anticholinerge Wirkung trägt zusätzlich zur Unterdrückung von Übelkeit und Erbrechen bei.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Schnelle und gute Aufnahme nach oraler Gabe; maximale Konzentration nach 1–3 Stunden.
  • Metabolisierung: Über den Leberzytochrom-P450-Weg, größtenteils inaktive Metaboliten.
  • Elimination: Hauptsächlich über die Nieren (<12 % unverändert), Rest via Galle und Fäzes.
  • Wirkdauer: 6–12 Stunden (Einzeldosis); Wirkeintritt bereits nach 1 Stunde.

Anwendung im Alltag und bewährte Praktiken

Meclizin wird zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und Schwindel verordnet. Häufige Anwendungsgebiete sind:

  • Reisekrankheit (See-, Luft- und Landreise)
  • Morbus Menière und andere Innenohrerkrankungen mit Schwindel
  • Postoperative Schwindelzustände
  • Therapieunterstützung bei Migräne mit vestibulären Symptomen

Typische Dosierung: 25–50 mg ein- bis zweimal täglich, je nach Indikation. Bei Reisekrankheit wird empfohlen, die Dosis 1 Stunde vor Reisebeginn einzunehmen.

In Deutschland erfolgt die Anwendung meist kurweise, in Absprache mit dem Arzt. Älteren Menschen oder Kindern wird oft eine verminderte Dosis empfohlen.

Dosierung morgens vs. abends

  • Morgens: Vorteilhaft bei geplanter Reise oder Schwindelanfällen, die tagsüber auftreten. Nachteil: mögliche Müdigkeit im Tagesverlauf.
  • Abends: Geeignet bei Schwindel, der nachts stört, oder zur Vorbereitung auf den kommenden Tag. Vorteil: Müdigkeit als Nebenwirkung kann das Einschlafen erleichtern.

Tipp: Nehmen Sie Meclizin regelmäßig zur selben Tageszeit ein, um die Wirksamkeit zu steigern und Nebenwirkungen zu erkennen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung

  • Meclizin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Eine Einnahme zu den Mahlzeiten kann Magenirritationen minimieren, ist für die deutsche Ernährungsweise (regelmäßige Hauptmahlzeiten) praktisch.
  • Milchprodukte, Brot oder leichte Kost sind kompatibel, jedoch sollte zusammen mit Alkohol oder Grapefruitsaft vermieden werden.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Kombination Risiko/Hinweis
Alkohol Verstärkt die sedierende Wirkung; Gefahr der Fahruntüchtigkeit
Andere Sedativa/Schlafmittel Verstärkter Müdigkeit und Konzentrationsverlust
Anticholinerge Medikamente (z.B. trizyklische Antidepressiva, Parkinsonmittel) Erhöhtes Risiko für Mundtrockenheit, Harnverhalt, Herzrhythmusstörungen
MAO-Hemmer Vorsicht geboten, erhöhte Nebenwirkungsgefahr
Grapefruitsaft Kann Plasmaspiegel erhöhen, Nebenwirkungen wahrscheinlicher

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Indikation Zulassungsstatus (Deutschland) Off-Label/Ergänzende Hinweise
Reisekrankheit Zugelassen Prävention und Behandlung
Schwindel bei vestibulären Störungen Zugelassen z. B. Morbus Menière
Übelkeit/Erbrechen Zugelassen v. a. im Zusammenhang mit Gleichgewichtsstörungen
Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum) Off-Label Nur auf ärztliche Verordnung nach individueller Nutzen-/Risikoabwägung
Migräne mit vestibulären Symptomen Off-Label Zusatzbehandlung möglich

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Indikation Empfohlene Dosis
Erwachsene Reisekrankheit 25–50 mg 1x, ggf. 1 Stunde vor Reiseantritt, ggf. nochmal 4–6 Std. später
Erwachsene Schwindel/Vertigo 25–50 mg 1–2x täglich
Kinder (ab 12 Jahren) Reisekrankheit 12,5–25 mg 1x, max. 2x/Tag, max. 50 mg/Tag
Kinder (unter 12 Jahren) - Nicht empfohlen
Ältere Menschen & Leber-/Nierenerkrankte Alle Indikationen Niedrigste wirksame Dosis, längere Dosierungsintervalle; Überwachung empfohlen

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

  • Sehr häufig / häufig (>1 %): Müdigkeit, Benommenheit, Mundtrockenheit, gelegentlich Sehstörungen
  • Gelegentlich (0,1–1 %): Verstopfung, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Herzklopfen
  • Selten (<0,1 %): Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen), Tachykardie, Blutdruckabfall
  • Warnhinweise: Besondere Vorsicht bei Glaukom, Blasenentleerungsstörungen, Epilepsie; Rücksprache erforderlich.
  • Überdosierung: Symptome wie starke Benommenheit, Halluzinationen, Krampfanfälle – Notarzt rufen!

Richtlinien für die richtige Anwendung

  • Tablette mit ausreichend Wasser einnehmen, nicht mit Alkohol kombinieren.
  • Regelmäßige Einnahme zu fixen Zeiten unterstützt die Verträglichkeit.
  • Bei chronischem Schwindel: Verlauf aufschreiben (Schwindeltagebuch), um Behandlungserfolg mit Arzt/Apotheker auszuwerten.
  • Keine Maschinen bedienen oder Auto fahren, solange Müdigkeit/Beeinträchtigung anhält.
  • Bei starken Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten sofort Kontakt mit Arzt/Apotheker aufnehmen.
  • Medikament trocken, vor Licht geschützt bei Raumtemperatur lagern, außerhalb der Reichweite von Kindern.

Alternative Therapieoptionen (Auswahl, Vergleich)

  • Dimenhydrinat (Vomex®/Generika): Ähnlicher Wirkmechanismus, auch gegen Übelkeit/Schwindel; höhere Sedierung möglich, günstig, mit Rezept von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) erstattungsfähig.
  • Betahistin (Betaserc®/Generika): Vorzugsmittel bei Morbus Menière, weniger sedierend, Rezeptpflichtig, im Regelfall GKV-erstattet.
  • Scopolamin (Transdermales Pflaster): Besonders bei längeren Schiffsreisen, seltenere Dosierung; Rezeptpflichtig, Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit/Sehstörungen häufiger.
  • Pflanzliche Mittel (z.B. Ingwer-Präparate): Geringere Wirksamkeit, für leichte Reisekrankheit geeignet, nicht von der GKV erstattet.
  • Verhaltenstherapie/Schwindelrehabilitation: Ergänzend empfohlen bei chronischen Schwindelerkrankungen; in spezialisierten Zentren möglich, meist Kassenleistung.

Rechtlicher Status, Zulassung und Erstattung in Deutschland

  • Antivert (Meclizin) ist in Deutschland von der Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen (AMG, AMG-Nachweis).
  • Rezeptfrei bis 25 mg/Einzeldosis und für kurze Anwendungsdauer; rezeptpflichtig bei höheren Dosierungen und bestimmten Indikationen.
  • Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) erstattet Meclizin nur bei bestimmtem medizinischen Bedarf (z.B. Schwindelstörungen); rezeptfreie Reisekrankheitsmittel sind meist Selbstzahlerleistung.
  • Alternativen wie Dimenhydrinat oder Betahistin sind bei klarer medizinischer Indikation erstattungsfähig.

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt Meclizin weiterhin als Erstlinientherapie bei Schwindel unterschiedlicher Genese (Leitlinie „Akuter Schwindel“, 2023).
  • Studien (u. a. Hense et al., Dtsch Ärztebl, 2024) bestätigen die gute Verträglichkeit, besonders bei Senioren.
  • Für die Prophylaxe von Reisekrankheit gilt Meclizin als wirksamer Standard (S2k-Leitlinie „Reisekrankheit und Schwindel“, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin, 2022).
  • Forschung zur Anwendung in der Schwangerschaft (Embryotox, 2024): Nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt!

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

Packungsgröße Tabletten/Kapseln Indikativer Preis (EUR) Verfügbarkeit (in Apotheken) Lieferzeit Großstädte (Berlin, München, Hamburg)
Klein 10 ca. 6–9 € Sofort verfügbar 1 Tag (Online-Bestellung/Abholung)
Mittel 20 ca. 12–16 € Sofort, ggf. 1 Tag 1–2 Tage
Groß 50 ca. 29–32 € Bestellartikel, Lieferung meist am nächsten Werktag 1–2 Tage

Für ländlichere Regionen bitte individuell nachfragen. Preisänderungen und Verfügbarkeit können regional variieren.

FAQ – Häufige Patientenfragen zu Antivert (Meclizin)

  • 1. Darf ich Meclizin während der Schwangerschaft einnehmen?
    Nur nach ärztlicher Rücksprache und individueller Nutzen-Risiko-Abwägung. Für leichtere Beschwerden gibt es alternativ andere, besser untersuchte Präparate.
  • 2. Wann sollte ich Meclizin nicht einnehmen?
    Bei bekannter Überempfindlichkeit, akuten Asthmaanfällen, schwerem Glaukom, Prostatahyperplasie mit Restharnbildung oder Epilepsie – hier ist ärztlicher Rat erforderlich.
  • 3. Wie schnell wirkt Meclizin?
    Die Wirkung beginnt meist innerhalb von 1 Stunde nach der Einnahme und hält bis zu 12 Stunden an.
  • 4. Kann ich unter Meclizin Auto fahren oder Maschinen bedienen?
    Nur nach sorgfältigem Abwägen, da Müdigkeit auftreten kann. Bei Fahrtätigkeit erst nach individueller Verträglichkeit und Rücksprache.
  • 5. Was tun bei ausgelassener Dosis?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis nach, sofern die nächste reguläre Einnahme nicht unmittelbar bevorsteht. Niemals die Dosis verdoppeln.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

25mg

Paket: No selection

60 pill, 90 pill