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Sibelium (Flunarizine)

€52.12

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Sibelium enthält den Wirkstoff Flunarizin und wird zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt. Das Medikament hilft, Migräneanfälle zu reduzieren und deren Häufigkeit zu verringern. Es eignet sich nicht zur Behandlung akuter Migräneattacken. Sibelium wird einmal täglich eingenommen. Die Anwendung sollte stets nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Wenn Sie Fragen zu Nebenwirkungen oder Ihrer Medikation haben, wenden Sie sich bitte an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Sibelium (Flunarizin) – Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Basisinformationen zum Produkt

Wirkstoff (INN) Flunarizin
Handelsnamen in Deutschland Sibelium®, Flunarizin AL, Flunarizin beta
ATC-Code N07CA03
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten/Kapseln zu 5 mg und 10 mg
Hersteller Janssen-Cilag, betapharm, ALIUD Pharma u. a.
Rezeptpflicht Verschreibungspflichtig (Apothekenpflichtig / Rezeptpflichtig nach AMG §48)

Wirkmechanismus

Für Patienten:
Sibelium enthält den Wirkstoff Flunarizin, der die Durchblutung des Gehirns fördert und die Übererregbarkeit bestimmter Hirnzellen reduziert. Er gehört zur Wirkstoffklasse der Kalziumkanalblocker. Durch die Entspannung der Blutgefäße im Gehirn können Migräneattacken verhindert oder in ihrer Stärke gemildert werden.
Für Spezialisten:
Flunarizin ist ein selektiver Ca2+-Antagonist (L-Typ), der neuronale Kalziumströme hemmt und periphere wie zentrale Gefäßspasmen reduziert. Zusätzlich besitzt Flunarizin antihistaminerge und leicht antiserotoninerge Effekte, welche die Migräneprophylaxe unterstützen.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Rasch und nahezu vollständig nach oraler Einnahme, maximale Plasmaspiegel nach ca. 2–4 Stunden.
  • Metabolismus: Hepatisch (über CYP2D6), Metaboliten teilweise aktiv.
  • Elimination: Überwiegend biliär, Ausscheidung über Stuhl; Eliminationshalbwertszeit ca. 18–21 Tage (lange Wirkdauer).
  • Dauer der Wirkung: Durch die lange Halbwertszeit reicht einmal tägliche Einnahme aus.

Anwendung im Alltag & Hinweise zur Einnahme in Deutschland

  • Typische Dosierung (Erwachsene): 10 mg einmal täglich abends. Bei älteren Patienten und Jugendlichen: zumeist 5 mg täglich.
  • Einnahme: Ganze Tablette mit ausreichend (z. B. einem Glas) Wasser einnehmen, bevorzugt zur gleichen Tageszeit.
  • Therapiedauer: Individuell je nach Ansprechen; übliche Behandlungszyklen dauern 2–3 Monate. Eine Beurteilung der Wirksamkeit nach spätestens 2 Monaten wird empfohlen.
  • Wichtiger Deutschland-Hinweis: Im Rahmen der Migräneprophylaxe werden Flunarizin-haltige Arzneimittel von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) meist dann erstattet, wenn andere Präparate nicht ausreichend wirksam oder verträglich waren.

Morgens oder abends einnehmen?

  • Empfohlene Einnahmezeit: Abends vor dem Schlafengehen, da Flunarizin als Nebenwirkung Müdigkeit und Schläfrigkeit verursachen kann.
  • Vorteile Abenddosierung: Bessere Verträglichkeit, weniger Einfluss auf Tagesaktivitäten.
  • Regelmäßigkeit: Für eine optimale Wirkung soll die Einnahme stets zur gleichen Zeit erfolgen.

Einnahme mit oder ohne Nahrung?

  • Flunarizin kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Wirkung wird durch Lebensmittel, die in Deutschland typisch sind (z. B. Vollkornbrot, Quark, Käse, Kaffee), nicht beeinflusst.
  • Empfehlung: Bei empfindlichem Magen am besten nach dem Abendessen einnehmen.

Warnhinweise zu Wechselwirkungen

Interaktionspartner Hinweis
Alkohol Verstärkung der sedierenden (müde machenden) Wirkung möglich.
Beruhigungsmittel, Schlaftabletten (z. B. Benzodiazepine) Verstärkte Schläfrigkeit möglich.
Antidepressiva Mögliches Potenzieren von Nebenwirkungen, Rücksprache mit Arzt.
Antiepileptika Wechselwirkung möglich, individuelle Dosisanpassung nötig.
Blutdrucksenker Zusätzlicher Blutdruckabfall möglich, Überwachung empfohlen.
Johanniskraut Kann die Wirksamkeit von Flunarizin vermindern.

Anwendungsgebiete (Indikationen)

Indikation Status
Migräneprophylaxe (insb. bei häufigen Migräneanfällen, mit/ohne Aura) Offiziell zugelassen
Vestibuläre Störungen (Schwindel z. B. bei Morbus Ménière) Off-Label-Use (nach ärztlicher Rücksprache möglich)
Durchblutungsstörungen im Gehirn (zerebrale Ischämie, Demenzfformen) Off-Label-Use/Nicht empfohlen

Dosierung nach Indikation und Patientengruppe

Indikation Erwachsene Kinder/Jugendliche < 18 J. Ältere Patienten (≥65 J.)
Migräneprophylaxe 10 mg abends
(ggf. Reduktion bei Unverträglichkeit auf 5 mg)
5 mg abends (nur nach ärztlicher Verordnung, nicht für Kinder < 12 J.) 5 mg abends
Vestibulärer Schwindel (Off-Label) 5–10 mg abends 5 mg abends 5 mg abends

Die Dosierung sollte stets individuell und unter ärztlicher Anleitung erfolgen.

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

  • Sehr häufig / Häufig:
    • Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, gesteigerter Appetit
    • Mundtrockenheit
    • Leichte depressive Verstimmung
  • Gelegentlich:
    • Gastrointestinale Beschwerden (z. B. Übelkeit, Magendruck)
    • Muskelsteifheit (ähnlich Parkinson)
  • Selten:
    • Bewegungsstörungen (vor allem bei längerfristiger Anwendung oder bei älteren Menschen)
    • Depressive Episoden, Störungen des Antriebs
    • Extrapyramidale Symptome
  • Warnhinweise: Bei Anzeichen von Depression, Bewegungsstörungen, auffälliger Gewichtszunahme oder kognitiver Leistungsminderung Arzt/Nervenarzt aufsuchen. Nicht in Schwangerschaft oder Stillzeit ohne entschiedene Nutzen-Risiko-Abwägung verwenden! Nicht empfohlen bei schweren Lebererkrankungen.

Leitfaden zur richtigen Anwendung (Apothekentipps für Deutschland)

  • Therapieanweisungen Ihres Neurologen strikt befolgen.
  • Tabletten nicht zerkauen. Einnahme möglichst immer zur gleichen Uhrzeit (ideal abends), um Wirkschwankungen und Nebenwirkungen zu vermeiden.
  • Bei vergessener Einnahme keine doppelte Dosis nachholen; mit Arzt Rücksprache halten.
  • Kontinuierliche Gewichtskontrolle empfohlen.
  • Regelmäßige Überprüfung auf depressive Verstimmungen oder Bewegungsauffälligkeiten, insbesondere bei längerer Dauer der Therapie (>6 Monate).
  • Fahr- und Bedienfähigkeit von Maschinen im Alltag beachten: Zu Therapiebeginn kann die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt sein!

Alternative Behandlungsmöglichkeiten (in Deutschland erstattungsfähig)

Wirkstoff Vorteile Nachteile
Metoprolol, Propranolol (Betablocker) Bewährte Migräneprophylaxe, sichere Verträglichkeit, breite Erstattung Nicht für Asthmatiker geeignet, evt. Müdigkeit oder Bradykardie
Amitriptylin (trizyklisches Antidepressivum) Auch bei Depression/Schlafstörung einsetzbar Mundtrockenheit, Gewichtszunahme, Schläfrigkeit
Topiramat (Antiepileptikum) Auch bei Epilepsie, keine Gewichtszunahme Gedächtnisstörung, Parästhesien möglich
Candesartan (Sartan) Alternative bei Betablocker-Unverträglichkeit Niedriger Blutdruck möglich, Off-Label-Use

Die Auswahl des Migräneprophylaktikums erfolgt individuell unter ärztlicher Leitung, abhängig vom Nebenwirkungsprofil und Begleiterkrankungen.

Rechtlicher Status und Kostenerstattung

  • Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV): Verschreibungspflichtig
  • GKV-Erstattungsfähigkeit: Erstattet je nach Indikation, v. a. Migräne bei Versagen anderer Prophylaktika
  • Zulassungsbehörde: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Achtung: Keine Anwendung ohne ärztliches Rezept und Aufklärung!

Aktuelle Forschung & Leitlinien (2022–2025)

  • Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) wird Flunarizin weiterhin zur Migräneprophylaxe empfohlen, insbesondere wenn klassische Prophylaktika nicht infrage kommen.
  • EUROHEAD Initiative (2023): Studien bestätigen die Wirksamkeit von Flunarizin als Zweitlinienpräparat, insbesondere bei Migräne mit Aura.
  • Flunarizin wird in der neuen S3-Leitlinie Kopfschmerz (AWMF 2023) als Option, insbesondere bei Unverträglichkeit oder Kontraindikation anderer Migräneprophylaktika, genannt.
  • Langzeitstudien (Zhao et al., Neurology 2022): Günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis bei korrekter Indikationsstellung und regelmäßiger Überwachung.

Verfügbarkeit und Lieferbedingungen (Deutschland)

Packingröße (Tabletten zu 10 mg) Unverbindlicher Apothekenpreis (€) Lieferzeit nach Ort
30 Stück 28 – 36 € Berlin: 1 Werktag, München: 1 Werktag, Hamburg: 1 Werktag
100 Stück 75 – 98 € Frankfurt a. M.: 1–2 Werktage, Köln: 2 Werktage
3 x 100 Stück auf Anfrage Deutschlandweit: 2–4 Werktage
  • Einzelpackung in jeder deutschen Apotheke auf Bestellung erhältlich (Rezept erforderlich).
  • Expresslieferung bei vielen Online-Apotheken möglich.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

  1. Wie schnell wirkt Sibelium zur Migräneprophylaxe?
    Die Wirkung setzt schrittweise ein. Eine spürbare Besserung tritt meist nach 4–8 Wochen regelmäßiger Einnahme auf.
  2. Muss ich mit einer Gewichtszunahme rechnen?
    Ja, Gewichtszunahme ist eine häufige Nebenwirkung unter Flunarizin. Regelmäßige Gewichtskontrollen und eine angepasste Ernährung sind empfehlenswert.
  3. Darf ich Sibelium während der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?
    Flunarizin sollte in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strenger ärztlicher Risikoabwägung verwendet werden. Arzt/Ärztin unbedingt informieren!
  4. Kann ich Sport treiben und Auto fahren?
    Prinzipiell ja, jedoch kann zu Beginn der Behandlung oder bei Dosissteigerung die Fahrtüchtigkeit, Reaktions- und Konzentrationsvermögen beeinträchtigt sein. Vorsicht insbesondere bei Berufen mit Unfallgefahr.
  5. Wie gehe ich bei plötzlich auftretenden Nebenwirkungen vor?
    Bei ungewöhnlicher Müdigkeit, depressiver Verstimmung oder Bewegungsstörungen bitte umgehend ärztlichen Rat einholen und nicht eigenmächtig absetzen.

Hinweis: Diese Information ersetzt nicht das ärztliche Gespräch. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihre Apotheke!

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

5mg, 10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill