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Alfuzosin

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Alfuzosin ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Beschwerden beim Wasserlassen aufgrund einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) eingesetzt wird. Es entspannt die Muskulatur der Prostata und Harnblase, wodurch das Wasserlassen erleichtert wird. Alfuzosin wird in Tablettenform eingenommen und ist gut verträglich. Die Einnahme sollte genau nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihr medizinisches Fachpersonal.

Alfuzosin – Umfassende Produktinformation

Basisinformationen

Internationaler Freiname (INN) Alfuzosin
Handelsnamen in Deutschland Alfuzosin-ratiopharm®, Alfuzosin Teva®, Alfuzosin AbZ®, Uroretard®
ATC-Code G04CA01
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Retardtabletten: 5 mg, 10 mg
Hersteller (Auswahl) Teva GmbH, ratiopharm GmbH, AbZ-Pharma GmbH, STADA Arzneimittel AG
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Rx), gemäß § 48 AMG

Wirkmechanismus

Alfuzosin ist ein selektiver α1-Adrenozeptorantagonist (Alpha-Blocker). Er entspannt gezielt die glatte Muskulatur der Prostata, Blasenhals und Harnröhre und erleichtert so den Harnfluss. Dies führt typischerweise zur Linderung von Symptomen einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH).

  • Für Laien verständlich: Alfuzosin entspannt die Muskulatur im unteren Harntrakt. Das erleichtert das Wasserlassen, wenn die Prostata auf die Harnröhre drückt.
  • Für Fachleute: Der α1-Antagonismus blockiert postsynaptisch-adrenerge α1A- und α1D-Rezeptoren der Prostata, Blasenhals und Blasenmuskulatur, verbessert die Harnflussparameter und senkt den urethralen Widerstand.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Die Resorption über den Darm ist hoch (>60 %), Bioverfügbarkeit etwa 49 %, insbesondere bei Retardformulierungen.
  • Metabolisierung: Stark hepatisch, überwiegend über CYP3A4 und CYP3A5 zu inaktiven Metaboliten.
  • Elimination: Hauptsächlich biliär (65–75 %), ein geringer Anteil renal.
  • Wirkdauer: 12–24 Stunden (Retardtabletten), Halbwertszeit ca. 8–10 Stunden.

Anwendung im Alltag und bewährte Praxis

  • Typische Dosierung: Erwachsene Männer: 10 mg Retardtablette 1× täglich, vorzugsweise abends nach einer Mahlzeit.
  • Wichtig: Tabletten unzerkaut mit ausreichend Wasser einnehmen. Regelmäßige Einnahme erhöht die Wirksamkeit.
  • Besonderheiten in Deutschland: Die Einnahme ist unkompliziert, für ältere Patienten geeignet und kann meist parallel zur gewohnten Ernährung erfolgen.

Alfuzosin ist nicht für Frauen oder Kinder zugelassen (Off-Label möglich, siehe unten). Vor Therapiebeginn sollten Sie immer Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten.

Morgens oder abends einnehmen?

  • Abendliche Einnahme: Reduziert das Risiko eines Blutdruckabfalls (orthostatische Hypotonie) am Morgen. Wird daher bevorzugt empfohlen.
  • Morgendliche Einnahme: Möglich, aber erhöhtes Risiko für Kreislaufsymptome tagsüber.
  • Tipp: Immer zur selben Tageszeit einnehmen. So unterstützen Sie die gleichmäßige Wirkung und erinnern sich leichter an die Einnahme.

Einnahme zu den Mahlzeiten oder nüchtern?

Alfuzosin sollte immer nach einer Mahlzeit eingenommen werden, vorzugsweise nach dem Abendessen. Die gleichzeitige Nahrungsaufnahme erhöht die Bioverfügbarkeit und minimiert Nebenwirkungen wie Kreislaufprobleme. Dies ist besonders bei der in Deutschland üblichen abendlichen Hauptmahlzeit gut umsetzbar. Auf die Einnahme auf nüchternen Magen sollte verzichtet werden.

Interaktionswarnungen

Interagierende Substanz Empfohlene Maßnahme
Starke CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Ritonavir) Kombination vermeiden, da Alfuzosin-Spiegel steigen kann
Andere Alpha-Blocker (z.B. Doxazosin, Tamsulosin) Kombination vermeiden, Risiko für Kreislaufzusammenbruch steigt
Blutdrucksenkende Mittel Blutdruck engmaschig überwachen, ggf. Dosis anpassen
Alkohol Hoher Alkoholkonsum vermeiden (verstärkte Kreislaufnebenwirkungen möglich)
Grapefruitsaft Zur Sicherheit meiden (mögliche CYP3A4-Interaktion)
Phosphodiesterase-5-Hemmer (Viagra®, Cialis®) Vorsicht, erhöhte Gefahr für Blutdruckabfall

Indikationen (zugelassene und Off-Label)

Indikation Status
Symptomatische Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH) Zugelassen
Erleichterung der Blasenentleerung nach Blasenkatheterisierung Off-Label
Blasenentleerungsstörungen ohne BPH (Frauen, Kinder) Off-Label, selten angewendet

Dosierung je nach Indikation

Patientengruppe Empfohlene Dosis
Erwachsene Männer (BPH) 10 mg Retardtablette, 1× täglich (abends, nach dem Essen)
Ältere Patienten (>65 Jahre) 10 mg Retardtablette, 1× täglich (Dosisanpassung meist nicht nötig, aber engmaschige Kontrolle)
Pädiatrische Patienten Keine Zulassung, Anwendung nur im Ausnahmefall nach strenger ärztlicher Abwägung

Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispielhafte Nebenwirkungen
Sehr häufig (>10 %) Keine
Häufig (1–10 %) Schwindel, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit
Gelegentlich (0,1–1 %) Blutdruckabfall beim Aufstehen, Hautausschlag, Herzklopfen
Selten (<0,1 %) Allergische Reaktion, Leberfunktionsstörung
Sehr selten Anaphylaxie, Synkope (Ohnmacht), Angioödem
  • Warnhinweise: Nicht anwenden bei schwerer Leberinsuffizienz oder Überempfindlichkeit gegen Alfuzosin. Vorsicht bei gleichzeitiger Therapie mit blutdrucksenkenden Mitteln.
  • Empfehlung: Im Falle von allergischen Reaktionen, Schwindel oder Herzrasen sofort ärztlich Rücksprache halten.

Praktische Hinweise für die richtige Anwendung

  • Regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit, bevorzugt abends nach dem Essen.
  • Retardtabletten nicht teilen, zerdrücken oder kauen.
  • Vor Therapiebeginn immer den Arzt und bei Fragen oder Problemen den Apotheker konsultieren.
  • Blutdruck zu Therapiebeginn kontrollieren, insbesondere bei älteren Patienten oder gleichzeitigem Einsatz anderer Medikamente.
  • Fahren und Bedienen von Maschinen: In den ersten Tagen der Behandlung besondere Vorsicht aufgrund möglicher Kreislaufnebenwirkungen.
  • Einnahme nicht abrupt beenden, ohne ärztlichen Rat.

Alternative Therapiemöglichkeiten (GKV erstattete Präparate)

  • Tamsulosin: Gleiches Wirkspektrum, auch täglich 1×, ähnliche Nebenwirkungen. Vorteil: Nur sehr selten Interaktionen mit CYP3A4.
  • Doxazosin/Terazosin: Ähnlicher Wirkmechanismus, aber häufiger Blutdrucksenkungen, werden seltener eingesetzt.
  • Phytotherapeutika (z. B. Kürbiskern, Sägepalme): Wirksamkeit ist laut Leitlinien begrenzt, Einsatz meist nur ergänzend empfohlen.
  • 5-Alpha-Reduktasehemmer (z. B. Finasterid, Dutasterid): Insbesondere bei deutlich vergrößerter Prostata, benötigen Monate für den Wirkungseintritt – Nebenwirkungen: Libidoverlust, Erektionsstörungen.
  • Kombinationstherapie: Bei Therapieversagen oder starker Symptomatik individuell erwägen.

Rechtlicher Status, Zulassung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassung: Durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Verschreibung: Streng rezeptpflichtig nach Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV).
  • Erstattung: Von allen gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bei anerkannter Indikation (BPH).
  • Apothekenpflicht: Erhältlich ausschließlich in zugelassenen Apotheken.
  • Keine Betäubungsmittelverordnung (BtMVV) nötig.
  • Aufbewahrung: Trocken, nicht über 25 °C, kindersicher lagern.

Aktuelle Studien, Leitlinien und wissenschaftliche Erkenntnisse (2022–2025)

  • Die Leitlinie "Benigne Prostatahyperplasie" der Deutschen Gesellschaft für Urologie (2023, S3-Leitlinie) empfiehlt Alfuzosin als bewährte Monotherapie zur Behandlung moderater bis schwerer BPH-Symptome.
  • Laut einer Meta-Analyse (Lancet Urol. 2023) zeigt Alfuzosin Wirksamkeit und gute Verträglichkeit insbesondere bei älteren Patienten mit Kreislaufproblemen.
  • Neue Entwicklungen (2022–2024): Optimierte Retardformeln mit verbesserter gastrointestinaler Verträglichkeit in Deutschland verfügbar.
  • Internationale Daten bestätigen Konsistenz in Wirkung und Nebenwirkungsprofil (siehe EAU Guidelines, Update 2024).
  • Keine neuen wesentlichen Warnungen oder Sicherheitsbedenken laut BfArM (Mitteilung 2025/01).

Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

Packungsgröße Tabletten pro Packung Ungefähre Apothekenpreis* Lieferzeit (Beispielstädte, Werktage)
Kleinpackung 30 25–32 € Berlin: 1–2, München: 1–2, Hamburg: 1–2, Frankfurt: 1–2
Großpackung 100 45–65 € Berlin: 1–2, München: 1–2, Hamburg: 1–2, Frankfurt: 1–2

*Preise je nach Apotheke und Hersteller unterschiedlich, Stand Frühjahr 2024.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Wie lange dauert es, bis die Wirkung von Alfuzosin einsetzt?
    Meist tritt eine spürbare Besserung der Symptome bereits innerhalb weniger Tage ein. Die volle Wirkung zeigt sich oft nach 1–2 Wochen regelmäßiger Einnahme.
  2. Was mache ich, wenn ich eine Tablette vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis möglichst bald nach, es sei denn, es ist schon fast Zeit für die nächste. In diesem Fall nicht doppelt einnehmen, sondern zur gewohnten Einnahmezeit fortfahren.
  3. Darf ich während der Behandlung mit Alfuzosin Alkohol trinken?
    Gelegentlicher, moderater Genuss ist meist unbedenklich. Übermäßiger Alkoholkonsum sollte vermieden werden, da das Risiko für Schwindel und Kreislaufprobleme steigt.
  4. Muss ich regelmäßig meinen Blutdruck kontrollieren?
    Zu Therapiebeginn ist dies besonders wichtig, vor allem bei älteren Patienten und gleichzeitiger Einnahme von Blutdruckmitteln.
  5. Kann ich Alfuzosin langfristig anwenden?
    Ja, unter ärztlicher Kontrolle ist eine Langzeitanwendung möglich und bei chronischer BPH-Symptomatik auch vorgesehen.

Für weiterführende Beratung stehen Ihnen Ihr Hausarzt, Urologe oder Apotheker in Deutschland zur Verfügung. Lesen Sie vor der Anwendung stets die Packungsbeilage und konsultieren Sie bei individuellen Fragen Ihr medizinisches Fachpersonal.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill