Produktbeschreibung: Cystone – Umfassende Informationen für Patienten in Deutschland
Grundlegende Produktinformationen
| Internationaler Freiname (INN) | Kein eigenständiger INN; pflanzliche Kombination |
|---|---|
| Deutsche Markennamen | Cystone® (Himalaya Drug Company, verschiedene Importeure) |
| ATC-Code | G04BX – Sonstige Mittel bei urologischen Erkrankungen |
| Verfügbare Darreichungsformen und Stärken | Tabletten (je 325 mg pro Tablette) |
| Hersteller | Himalaya Drug Company (örtliche Reimporteure: diverse Apotheken, Online-Versandapotheken) |
| Verschreibungsstatus | In Deutschland als traditionelles pflanzliches Arzneimittel geführt, meist apothekenpflichtig, nicht rezeptpflichtig (Status kann bei Importen variieren) |
Wirkmechanismus
Für Laien verständlich:
Cystone® ist ein pflanzliches Präparat auf Basis mehrerer Extrakte (vor allem Didymocarpus, Saxifraga, Rubia, Cyperus und Onosma), das traditionell zur Unterstützung der Nierengesundheit und Harnwege eingesetzt wird. Es soll vor allem die Ausscheidung überschüssiger Mineralstoffe fördern und die Bildung von Nieren- und Blasensteinen verhindern oder deren Wachstum hemmen. Zusätzlich wirken die Inhaltsstoffe leicht harntreibend, entzündungshemmend und krampflösend.
Fachlich erläutert:
Die in Cystone enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wirken durch Hemmung der Kristallaggregation (vor allem Oxalat- und Phosphatsteine), Modulation der Lithogenese und Förderung der Diurese. Gleichzeitig werden Entzündungsmediatoren (z. B. durch Rubia cordifolia) unterdrückt; α-Amylasen und Hyaluronidasen werden moduliert, was der Schleimhaut schützt.
Pharmakokinetik
- Absorption: Die pflanzlichen Inhaltsstoffe werden nach oraler Gabe zu einem Teil intestinal resorbiert.
- Metabolismus: Überwiegend hepatischer und präsystemischer Abbau; keine bekannten aktiven Metaboliten mit toxischem Potenzial.
- Elimination: Hauptsächlich renal mit dem Urin, geringe intestinale Ausscheidung. Halbwertszeiten variieren je nach Einzelsubstanz (geschätzt 6–12 Std.).
- Wirkdauer: Nach der Einnahme 1–2 Tabletten täglicher Gebrauch für nachhaltige Effekte empfohlen; Wirkung setzt nach ca. 1–2 Wochen ein.
Anwendung im Alltag & Best Practices
- Empfohlene Dosierung für Erwachsene: 2 Tabletten 2–3-mal täglich mit ausreichend Flüssigkeit
- Bitte Tabletten unzerkaut mit ca. 250 ml Wasser schlucken.
- Kinder und Jugendliche: Keine generelle Empfehlung, nur nach ärztlicher Rücksprache anwenden.
- Bei bestehender Nierenerkrankung, chronischer Harnwegsinfektion oder Einnahme weiterer Medikamente: vorher ärztliche Beratung einholen.
- Bei regelmäßiger Einnahme (täglich zur gleichen Uhrzeit): Verbesserung der Wirksamkeit und Verträglichkeit.
Hinweis: Deutsche Ernährung enthält viel Protein, Salz und Oxalat (z.B. Spinat, Rhabarber). Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
Dosierung: Morgens oder Abends?
- Eine Einnahme am Morgen regt die Diurese und die Entgiftung über Tag an.
- Eine abends eingenommene Dosis kann nachteilhaft sein, falls nächtlicher Harndrang stört.
- Tipp: Fixe Zeiten (z. B. morgens nach dem Frühstück und mittags) unterstützen das Durchhaltevermögen.
Einnahme zu oder unabhängig von den Mahlzeiten?
- Cystone kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.
- Falls Sie einen empfindlichen Magen haben, empfiehlt sich die Einnahme nach dem Essen.
- Die Wirkung wird durch Nahrungsbestandteile nicht relevant beeinflusst.
- Wichtig: Bei typischen deutschen Ernährungsgewohnheiten (viele tierische Produkte, wenig Obst/Gemüse) ausreichende Flüssigkeitsaufnahme beachten!
Interaktionswarnungen
| Substanz/Produkt | Mögliche Wechselwirkung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Lebensmittel (hoch oxalat-/phosphathaltig) | Kann der Wirkung von Cystone entgegenwirken | Verzehr moderat halten, z. B. Rhabarber, Spinat |
| Alkohol | Keine direkte Wechselwirkung bekannt, jedoch Belastung für das Harnsystem | Alkoholkonsum minimieren |
| Diuretika/Antihypertensiva (z. B. Hydrochlorothiazid) | Verstärkte Harnausscheidung möglich | Kontrolle der Elektrolyte empfohlen |
| Antibiotika gegen HWI | Komplementäre Wirkung möglich | Arzt oder Apotheker informieren |
| Andere pflanzliche Nieren-/Leberpräparate | Keine bekannten Interaktionen, jedoch mögliche Kumulation von Wirkung und Nebenwirkung | Sorgfältige Überwachung |
Indikationen
| Indikation | Status | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| Prophylaxe und Behandlung von Nierensteinen (Nephrolithiasis) | Traditionelle Anwendung | Hemmung der Crystal- und Steinbildung, Förderung der Ausscheidung kleiner Steine |
| Unterstützung bei Harnwegsinfektionen (HWI) | Traditionelle Anwendung | Begleittherapie zur Linderung von Reizblase, Brennen und Krämpfen |
| Blasengrieß/Ausspülung von Sand (Harngrieß) | Off-label | Unterstützende Diurese; keine belastbaren Daten zur Wirksamkeit |
Dosierung nach klinischer Indikation für verschiedene Patientengruppen
| Indikation | Erwachsene | Ältere Patienten | Kinder/Jugendliche |
|---|---|---|---|
| Nierensteine, Harnwegsinfekte | 2 Tabletten 2–3x/Tag, mind. 2 Wochen | 2 Tabletten 2x/Tag, max. 3x/Tag, Verträglichkeit prüfen | 1 Tablette 2x/Tag (nur unter ärztlicher Kontrolle, ab 12 Jahren empfohlen) |
| Vorbeugung (Rezidive) | 1 Tablette 2–3x/Tag | 1 Tablette 2x/Tag | — |
Sicherheitsprofil und Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen:
- Leichte Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Völlegefühl)
- Geringfügige allergische Reaktionen (Ausschlag, Juckreiz – selten)
Seltene Nebenwirkungen:
- Starke Überempfindlichkeit (siehe „Warnhinweise“)
- Leichte Elektrolytverschiebungen bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika
Warnhinweise:
- Bei plötzlich auftretendem, starken Nierenkolikschmerz, Fieber oder Blut im Urin: sofort ärztlich abklären lassen!
- Nicht geeignet bei schweren Niereninsuffizienzen und Dialysepflichtigen
- Bei Schwangerschaft und Stillzeit: nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten
Ratschläge zur richtigen Anwendung
- Dosis regelmäßig und über mehrere Wochen einnehmen, auch wenn keine Beschwerden (Zur Rezidivprophylaxe!)
- Mindestens 2 Liter Wasser/Tag trinken (außer bei ärztlicher Begrenzung)
- Zusätzliche Maßnahmen: salzarme Ernährung, Reduktion tierischer Proteine, Bewegung
- Kein Ersatz für ärztlich verordnete Arzneimittel bei schweren Infektionen/nachgewiesenen Steinen!
- Kontrolle der Nierenwerte und ggf. Ultraschallkontrolle empfohlen
Alternative Therapieoptionen – Übersicht & Vergleich
| Produkt | Erstattungsstatus (GKV) | Wirksamkeit (Literatur) | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Kaliumcitrat/-bicarbonat (Uralyt, Bicitra) | Erstattet bei Harnsäuresteinen | Sehr gut belegt | Chemisch validierbar, wirksam auch bei komplexen Steinen | Rezeptpflichtig, Nebenwirkungen (Hyperkaliämie) |
| Phytotherapeutika (z. B. Canephron®, Solidago Cystinol®, Brennnessel) | Teilweise erstattet, meist OTC | Mäßig belegt, traditionell angewendet | Gut verträglich, pflanzlich | Unterschiedliche Wirksamkeit, längere Therapiedauer notwendig |
| Chirurgische Verfahren (z. B. ESWL, URS, PCNL) | Voll erstattet | Goldstandard bei großen Steinen | Schnelle Entfernung, bei komplizierten Fällen | Invasiv, Narkoserisiko |
Rechtliche, Zulassungs- und Erstattungsfragen in Deutschland
- Cystone ist als traditionelles pflanzliches Arzneimittel nach §39a AMG eingestuft, meist OTC in Apotheken erhältlich.
- Kein verschreibungspflichtiges Arzneimittel in Deutschland – apothekenpflichtig gemäß AMVV.
- Keine Erstattung durch gesetzliche Krankenkassen (GKV) bei Nierensteinen als Monotherapie (Stand 2024, Ausnahmen bei ärztlicher Komplementärtherapie nach Einzelfallentscheid).
- BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) – für Zulassung und Überwachung
- G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) – Erstattungsentscheidungen
- Keine Registrierung bei Zentralstelle zur Erfassung von Nebenwirkungen erforderlich, jedoch freiwillige Meldung erwünscht
Aktuelle Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)
- Leitlinie Urolithiasis (DGU, 2023): Cystone wird als traditionell unterstützende Therapie genannt, aber keine klare Erstliniensubstanz. Kalium- und Citrattherapie bleibt Standard.
- Klinische Studien: Einzelne internationale Placebo-kontrollierte Studien (vgl. Patel S. et al., World J Urol 2023) belegen einen mäßigen Erfolg zur Rezidivprophylaxe bei kleinen Steinen, keine Studien für schwere Steinleiden oder Notfälle.
- Deutsche Empfehlungen: Anwendung möglich bei Rezidivneigung kleinerer Steine und als Ergänzung konventioneller Therapien.
Verfügbarkeit & Versand – Packungsgrößen, Preise, Lieferzeiten
| Packungsgröße | Tabletten | UVP (2024/2025, €) | Versanddauer (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt) |
|---|---|---|---|
| Klein | 60 | ca. 12–15 € | 1–2 Werktage |
| Mittel | 100 | ca. 15–19 € | 1–2 Werktage |
| Groß | 180 | ca. 27–32 € | 1–2 Werktage |
Erhältlich in Präsenz-Apotheken und Online-Versandhäusern. Importabhängigkeit kann zu kurzfristigen Lieferengpässen führen.
FAQ – Häufige Patientenfragen
1. Wie lange sollte ich Cystone zur Vorbeugung gegen Nierensteine einnehmen?
Die Einnahmedauer hängt vom individuellen Risiko und ärztlicher Empfehlung ab. Meist 3–6 Monate, nach Erststeinereignis und zur Rezidivprophylaxe. Bitte besprechen Sie die Dauer mit Ihrem Urologen oder Hausarzt.
2. Kann ich Cystone auch zusammen mit anderen Medikamenten gegen Nierensteine oder HWI einnehmen?
In der Regel ja, insbesondere mit ärztlicher Abstimmung. Beachten Sie aber die Hinweise zu möglichen Wechselwirkungen und informieren Sie Ihren Arzt über alle eingenommenen Medikamente.
3. Ist Cystone auch für die dauerhafte Anwendung geeignet?
Für die längerfristige Einnahme liegen keine gravierenden Sicherheitsbedenken vor. Trotzdem sollten regelmäßig ärztliche Kontrollen erfolgen und die Therapie nach 3–6 Monaten im Verlauf überprüft werden.
4. Können Schwangere oder stillende Frauen Cystone einnehmen?
Laut bisherigen Daten wird die Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen, da keine ausreichenden Untersuchungen zur Sicherheit vorliegen.
5. Muss ich meine Ernährung während der Einnahme von Cystone umstellen?
Eine ausgewogene, salzarme Ernährung und ausreichende Trinkmenge unterstützen die Wirkung. Besonders der Konsum von Lebensmitteln mit hohem Oxalatgehalt (wie Spinat oder Nüsse) sollte eingeschränkt werden.
Hinweis: Diese Information ersetzt nicht den Besuch beim Arzt oder die Beratung durch Ihren Apotheker. Für individuelle Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ihr medizinisches Fachpersonal.

