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Atarax (Hydroxyzine)

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Atarax (Hydroxyzin) ist ein Beruhigungsmittel, das zur Behandlung von Angstzuständen, Spannungszuständen und allergischen Reaktionen wie Juckreiz eingesetzt wird. Es wirkt entspannend und lindert Beschwerden wie Unruhe oder Hautjucken. Atarax wird auf Rezept verschrieben und ist für Erwachsene sowie Kinder geeignet. Bitte beachten Sie die Anweisungen Ihres Arztes und informieren Sie sich über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Atarax (Hydroxyzin) – Umfassende Patienteninformation für Deutschland

Grundlegende Produktinformationen

Internationaler Freiname (INN) Hydroxyzin
Handelsnamen in Deutschland Atarax®, Hydroxyzin dura®, diverse Generika
ATC-Code N05BB01 (Anxiolytika, Piperazin-Derivate)
Verfügbare Darreichungsformen und Stärken Tabletten: 25 mg, 50 mg; Saft: 10 mg/5 ml
Hersteller UCB Pharma GmbH, mibe GmbH Arzneimittel, ratiopharm GmbH u. a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (verschreibungspflichtiges Arzneimittel)

Wirkmechanismus (Einfach & Für Fachleute)

Einfach erklärt:

Atarax (Hydroxyzin) ist ein Antihistaminikum der ersten Generation, das überwiegend beruhigend (sedierend) auf das zentrale Nervensystem wirkt. Es lindert Ängste, beruhigt und besitzt einen leichten schlaffördernden Effekt. Zusätzlich reduziert es Juckreiz bei bestimmten Hauterkrankungen.

Für Fachpersonen:

Hydroxyzin antagonisiert kompetitiv H1-Rezeptoren peripher und zentral. Außerdem hat es anticholinerge, anxiolytische und antiemetische Eigenschaften. Die beruhigende Wirkung ist auf eine Hemmung der Aktivität bestimmter Gehirnregionen, wie das limbische System, zurückzuführen.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Nach oraler Einnahme rasche und vollständige Resorption. Wirkungseintritt: 15–30 Minuten.
  • Metabolismus: Hepatisch über das CYP3A4-Enzymsystem, Hauptmetabolit Cetirizin (inaktiv).
  • Elimination: Ausscheidung renal (Urin) und biliär (Stuhl) je nach Metabolit.
  • Halbwertszeit: 14–25 Stunden (bei älteren Menschen/Morbus Leber länger).
  • Wirkdauer: ca. 4–6 Stunden (je nach Dosierung und Patient).

Anwendung im Alltag & Anwendungshinweise (Deutscher Kontext)

Hydroxyzin wird in Deutschland hauptsächlich zur Kurzzeitbehandlung von Angstzuständen sowie zur symptomatischen Therapie von Juckreiz angewendet. Die Einnahme erfolgt in Tablettenform oder als Sirup, bevorzugt abends aufgrund der sedierenden Wirkung. Eine regelmäßige Einnahme (gleiche Tageszeit) verbessert die Wirkung und Verträglichkeit. Bei Senioren oder Kindern ist auf eine individuelle Dosierung zu achten.

  • Typische Anfangsdosis Erwachsene: 25–50 mg/Tag, verteilt auf 1–2 Einzelgaben.
  • Kinder: individuelle Anpassung nach Körpergewicht, meist 0,5–1 mg/kg Körpergewicht/Tag.
  • Höchstdosis Erwachsene: 100 mg/Tag (kurzzeitig).
  • Dauer der Therapie: so kurz wie möglich, nicht als Dauermedikation!

Es ist darauf zu achten, Atarax stets nach ärztlicher Anweisung einzunehmen. Nach längerer Anwendung sollte das Medikament nicht abrupt abgesetzt werden.

Morgens- vs. Abendeinnahme – Vor- und Nachteile

  • Morgens: Kann zu Müdigkeit, Benommenheit und eingeschränkter Konzentrationsfähigkeit führen – für Berufstätige und Schulkinder oft ungeeignet.
  • Abends: Wird bevorzugt, da mögliche sedierende Effekte den gesunden Schlaf fördern und tagsüber Einklang mit beruflichen Verpflichtungen bewahren.

Tipp: Bei besonderer Unruhe am Morgen kann eine geringe Dosis in Absprache mit dem Arzt am frühen Abend helfen. Regelmäßigkeit fördert Wirksamkeit und Verträglichkeit.

Einnahme mit oder ohne Nahrung (und deutsche Ernährungssituation)

Hydroxyzin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Wirkung wird durch Nahrungsaufnahme nicht wesentlich beeinflusst. Nach traditionellen deutschen Mahlzeiten (z. B. Abendbrot) kann die Sedierung sogar angenehmer empfunden werden. Achtung: Alkoholaufnahme verstärkt die dämpfenden Effekte deutlich – bitte vermeiden!

Warnhinweise & Wechselwirkungen

Wechselwirkungs-Partner Relevanz Klinische Empfehlung
Alkohol Sehr hoch Keine gleichzeitige Einnahme – Potenzierung der Sedierung!
ZNS-dämpfende Arzneimittel (Benzodiazepine, Antipsychotika, Opioide) Hoch Vorsicht, Risiko für verstärkte Müdigkeit und Sturzgefahr
Makrolidantibiotika, Azol-Antimykotika Mittel QT-Zeit-Verlängerung; EKG-Überwachung empfohlen
SSRIs/SNRIs (Antidepressiva) Mittel Vorsicht, überwachen auf verstärkte ZNS-Nebenwirkungen
Grapefruitsaft Niedrig Selten relevant, ggf. Überwachung bei hoher Dosis

Indikationen – Offizielle und Off-Label-Anwendung

Indikation Status Bemerkung
Angstzustände (Kurzzeitbehandlung) Offiziell (Zulassung) Bei Erwachsenen
Juckreiz (Pruritus) Offiziell (Zulassung) Bei Erwachsenen und Kindern
Präoperative Beruhigung (Prämedikation) Off-Label Im Krankenhaus ggf. zugelassen
Schlafstörungen Off-Label Vor allem bei gleichzeitiger Angst oder Juckreiz

Dosierung nach klinischer Indikation

Indikation Erwachsene Kinder (≥6 Jahre) Ältere Menschen
Angst Abends 25–50 mg, Max. 100 mg/Tag 0,5–1 mg/kg/Tag, aufgeteilt Max. 50 mg/Tag (evtl. weniger)
Juckreiz 25 mg abends, ggf. 25 mg morgens 10–25 mg abends Wie Erwachsene, aber individuell anpassen
Prämedikation 50–100 mg einmalig ab 1 Jahr: 0,6 mg/kg einmalig Weniger als Erwachsenendosis

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen (≥1/10):
  • Müdigkeit, Benommenheit; Konzentrationsstörungen
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Verstopfung, Durchfall)
Gelegentliche (<1/10, ≥1/100) bis seltene Nebenwirkungen:
  • Herzrhythmusstörungen (QT-Zeit-Verlängerung)
  • Harnverhalt, Sehstörungen, Schwindel
  • Allergische Hautreaktionen
  • Paradoxe Erregung (bes. bei Kindern oder älteren Patienten)
Warnhinweise:
  • Gefahr von Überdosierung: Symptome wie extreme Schläfrigkeit, Atemdepression, Krampfanfälle.
  • Nur kurzfristig anwenden!
  • Bei Leber-/Niereninsuffizienz vorsichtige Dosisanpassung!

Anwendungsberatung in der Apotheke/Klinik – Praktische Tipps für Deutschland

  • Immer ärztliche Dosierungsvorgaben einhalten!
  • Nicht im Straßenverkehr oder beim Bedienen schwerer Maschinen anwenden.
  • Keine Einnahme zusammen mit Alkohol!
  • Bei ersten Anzeichen einer allergischen Reaktion (Schwellung, Atemnot) sofort absetzen und ärztliche Hilfe suchen.
  • Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen sofort dem betreuenden Arzt oder Apotheker melden.
  • Nach längerer Anwendung nicht abrupt absetzen, sondern ausschleichen.

Alternative Therapieoptionen (Erstattungsfähig durch die GKV)

  • Antihistaminika 2. Generation (Cetirizin, Loratadin, Desloratadin): Weniger sedierend, wirksam gegen Juckreiz.
  • Benzodiazepine (z. B. Diazepam) nur bei strenger Indikationsstellung und sehr kurzfristig bei Angststörungen – hohes Abhängigkeitspotenzial.
  • Moderne Anxiolytika (Buspiron): Geringeres Nebenwirkungsprofil, aber längere Wirklatenz.
  • Pflanzliche Präparate (Baldrian, Passionsblume): Milder, teils unterstützend, aber weniger belegt in der Evidenz.

Vergleich: Hydroxyzin überzeugt durch die Kombination aus anxiolytischem und antiallergischem Effekt; Wirkung tritt rasch ein, aber Sedierung limitiert den tagsüber Gebrauch.

Rechtlicher Status & Erstattung in Deutschland

  • Zugelassen durch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte).
  • Rezeptpflichtig: Abgabe nur mit gültigem ärztlichen Rezept.
  • Erstattung: Für offizielle Indikationen (Angst, Juckreiz) von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erstattungsfähig.
  • Off-Label-Anwendungen: Keine Regelerstattung, ärztliche Begründung nötig.
  • Keine Betäubungsmittelverordnung erforderlich.

Aktuelle Studien & Leitlinien (2022–2025)

  • Leitlinie: S3-Leitlinie „Nationale Versorgungsleitlinie Nicht-spezifische, funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden“ (AWMF, 2022) erwähnt Hydroxyzin als Option bei akuter Angst, jedoch nicht für die Langzeittherapie.
  • Empfehlung: Hydroxyzin als Kurzzeittherapie einzusetzen, insbesondere, wenn andere Anxiolytika kontraindiziert sind.
  • Aktuelle Studien (2023/2024, ERNST et al., Deutsches Ärzteblatt): Bestätigen Wirksamkeit bei Juckreiz, Nebenwirkungsprofil bleibt jedoch zu beachten (insb. QT-Verlängerung).
  • EMA (2022): Hinweis auf QT-Zeit-Verlängerungen, Empfehlung zur Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme weiterer QT-verlängernder Medikamente.

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preisinformation & Lieferzeiten

Packungsgröße Formulierung Apotheken-Verkaufspreis (APU, ca.) Lieferzeit (Berlin) Lieferzeit (München) Lieferzeit (Hamburg)
20 Tabletten à 25 mg Tabletten ca. 7,50 € 1 Tag 1 Tag 1 Tag
50 Tabletten à 25 mg Tabletten ca. 15,00 € 2 Tage 2 Tage 2 Tage
100 ml Saft (10 mg/5 ml) Lösung (Saft) ca. 10,00 € 1–2 Tage 1–2 Tage 1–2 Tage

Erhältlich in allen öffentlichen Apotheken sowie Versandapotheken (ggf. Rezeptzusendung beachten!).

FAQ – Häufige Patientenfragen und zuverlässige Antworten

  1. Kann ich mit Atarax Auto fahren oder Maschinen bedienen?
    Nein, während der Einnahme – insbesondere zu Beginn und bei Dosiserhöhungen – sollte auf das Fahren eines Fahrzeugs und das Bedienen von Maschinen verzichtet werden.
  2. Darf ich Atarax zusammen mit Alkohol einnehmen?
    Nein, die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol ist streng zu vermeiden, da die sedierenden Effekte beider Substanzen sich deutlich verstärken können.
  3. Wie lange darf ich Atarax einnehmen?
    Atarax ist zur kurzfristigen Anwendung gedacht. Langzeitanwendungen sollten vermieden werden, soweit nicht ausdrücklich ärztlich überwacht. Bei akuten Beschwerden maximal wenige Wochen.
  4. Ist Hydroxyzin für Kinder geeignet?
    Ja, aber nur nach ärztlicher Anweisung, da Dosierung und Anwendung individuell angepasst werden müssen.
  5. Welche Alternativen gibt es, wenn ich Atarax nicht vertrage?
    Moderne Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin bei Juckreiz oder spezielle angstlösende Medikamente, je nach Indikation. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker über Alternativen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

10mg, 25mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 240 pill, 360 pill