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Irbesartan

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Irbesartan wird zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) eingesetzt und kann auch zum Schutz der Nieren bei bestimmten Patienten mit Typ-2-Diabetes dienen. Das Arzneimittel hilft, den Blutdruck zu senken, entlastet das Herz und reduziert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Einnahme erfolgt in der Regel einmal täglich. Bitte besprechen Sie Anwendung und mögliche Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Irbesartan – Patienteninformation für Deutschland

1. Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff Irbesartan
Handelsnamen (Deutschland) Irbesartan HEXAL®, Aprovel®, Irbesartan-ratiopharm®, Irbesartan AL®, u.a.
ATC-Code C09CA04
Verfügbare Darreichungsformen & Stärken Filmtabletten: 75 mg, 150 mg, 300 mg
Hersteller (Auswahl) Sanofi-Aventis, HEXAL AG, ratiopharm GmbH, ALIUD Pharma GmbH, u.a.
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig; Abgabe nur nach ärztlicher Verschreibung gemäß §48 AMG

2. Wirkmechanismus

Irbesartan gehört zur Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (Sartane). Es blockiert selektiv den AT1-Rezeptor für Angiotensin II, ein körpereigenes Hormon, das die Blutgefäße verengt und dadurch den Blutdruck erhöht.

  • Laienverständlich: Irbesartan entspannt die Blutgefäße, sodass das Blut leichter fließen kann und dadurch der Blutdruck sinkt.
  • Für Fachkreise: Blockade post-synaptischer AT1-Rezeptoren verhindert die Wirkung von Angiotensin II, was zur Vasodilatation und Reduktion der Aldosteronsekretion führt.

3. Pharmakokinetik

  • Resorption: Nach oraler Einnahme beträgt die Bioverfügbarkeit etwa 60–80 %.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch via CYP2C9; keine aktiven Metaboliten.
  • Elimination: 20 % renal, 80 % biliär/fäkal; Eliminationshalbwertszeit: 11–15 Stunden.
  • Wirkdauer: 24 Stunden, daher einmal tägliche Einnahme ausreichend.

4. Anwendung im Alltag & Praxisempfehlungen

  • Typische Dosierung: Initial 150 mg einmal täglich. Bei Bedarf Steigerung auf 300 mg täglich möglich.
  • Anwendung: Tablette mit ausreichend Flüssigkeit, unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.
  • In Deutschland: Die standardmäßige Einnahme erfolgt am Morgen oder Abend – je nach Arztanweisung und Verträglichkeit.
  • Hinweis: Die Einnahme soll täglich zur gleichen Tageszeit erfolgen, um den Blutdruck bestmöglich zu kontrollieren.

5. Einnahme morgens oder abends?

Vorteile morgendliche Einnahme Vorteile abendliche Einnahme Tipps
- Für Patienten mit erhöhtem Blutdruck am Tage
- Weniger Vergesslichkeit im Alltag
- Kann bei nächtlichen Blutdruckspitzen helfen
- Bessere Verträglichkeit bei Tagesmüdigkeit
Zeitlich konsequente Einnahme wichtiger als Tageszeit.
Entscheidend sind individuelle Blutdruckprofile – ggf. Rücksprache mit dem Arzt.

6. Mit oder ohne Nahrung?

  • Irbesartan kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
  • Fette oder schwere Mahlzeiten beeinflussen die Wirkung kaum.
  • Übliche deutsche Ernährungsgewohnheiten (Brot, Wurst, Käse, warme Mittagsmahlzeiten) haben keinen wesentlichen Effekt auf die Wirksamkeit.
  • Gleichzeitige Einnahme eines Frühstücks ist möglich, sollte aber idealerweise immer zur gleichen Zeit erfolgen.

7. Interaktionswarnungen

Kategorie Stoffe/Beispiele Mögliche Auswirkungen
Nahrungsmittel Kaliumreiche Lebensmittel (Bananen, Nüsse, Kartoffeln) Erhöhtes Risiko für Hyperkaliämie
Alkohol Bier, Wein, Spirituosen Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung
Schwindel, Ohnmacht möglich
Medikamente ACE-Hemmer, Lithium, Diuretika, NSAR (Ibuprofen, Diclofenac), Aliskiren Veränderte Wirkung, vermehrte Nebenwirkungen (z.B. Nierenfunktion, Kaliumspiegel)
Zusatzpräparate Kaliumpräparate, Salzersatz, Nahrungsergänzungsmittel mit Kalium/Magnesium Erhöhtes Risiko von Elektrolytstörungen

Wichtig: Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und selbst gekauften Präparate.

8. Indikationen

Indikation Zulassung (Deutschland) Bemerkungen
Essenzielle Hypertonie Ja Therapie der primären (nicht sekundären) Bluthochdruckform
Diabetische Nephropathie (bei Typ-2-Diabetes und Hypertonie) Ja Nierenfunktionserhalt bei Proteinurie
Herzinsuffizienz Off-label Als Alternative zu ACE-Hemmern bei Unverträglichkeit
Chronische Nierenerkrankung Off-label Individualtherapie

9. Dosierung nach klinischer Indikation

Klinische Situation Empfohlene Dosierung (Erwachsene) Hinweise Kinder/Jugendliche Ältere Patienten
Essenzielle Hypertonie 150 mg 1x täglich, ggf. 300 mg 1x täglich Ab 6 Jahren: 75–150 mg 1x täglich;
<6 Jahren: Nicht empfohlen
Keine Dosisanpassung nötig, hohe Initialdosen vermeiden
Diabetische Nephropathie 300 mg 1x täglich Keine Zulassung Sorgfältige Überwachung nötig

10. Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Häufigkeit Beispiele
Sind häufig (>1 %) Schwindel, Übelkeit, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Hyperkaliämie, erhöhter Kreatininwert
Gelegentlich (0,1–1 %) Herzklopfen, Husten, Durchfall, Rückenschmerzen, Hypotonie, Libidoverlust
Selten (<0,1 %) Nierenfunktionsstörung, Angioödem, Hepatitis, Photosensitivität, Myalgie, allergische Reaktionen, Zeichen erhöhter Leberwerte
  • Wichtige Warnhinweise: Plötzliche Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Hals (Angioödem) – sofortige medizinische Hilfe nötig!
  • Schwangerschaft & Stillzeit: Irbesartan ist kontraindiziert!
  • Bei Auftreten von Schwindel oder Schwächefahren keine Maschinen bedienen oder Auto fahren.

11. Anwendungshinweise aus der Apotheke/Arztpraxis

  • Irbesartan immer regelmäßig und möglichst zur gleichen Tageszeit einnehmen.
  • Keine Tablette auslassen; wenn vergessen, so bald wie möglich nachholen (nicht doppelt einnehmen!).
  • Regelmäßige Blutdruck- und Nierenfunktionskontrollen durch Hausarzt unbedingt wahrnehmen.
  • Salzarme Ernährung wird unterstützend bei Bluthochdruck empfohlen.
  • Blutuntersuchungen zu Elektrolyten (Kalium!) und Nierenwerten insbesondere bei Kombinationsbehandlung mit Diuretika/anderen Antihypertensiva.

12. Alternative Behandlungsmöglichkeiten

  • Thiazid-Diuretika (z.B. HCT, Chlortalidon): Gut wirksam, insbesondere bei älteren Patienten. Nachteil: Risiko für Elektrolytverschiebungen, Diabetogenität.
  • ACE-Hemmer (z.B. Ramipril, Enalapril): 1. Wahl bei Herzinsuffizienz und diabetischer Nephropathie, aber häufig Husten als Nebenwirkung.
  • Kalziumantagonisten (z.B. Amlodipin): Effektiv, gut verträglich. Vorteil: Keine Elektrolyteinflüsse; Nachteil: Häufiger Beinödeme.
  • Beta-Blocker (Metoprolol, Bisoprolol): Besonders bei Herz-Kreislauf-Krankheiten geeignet. Als Monotherapie nicht immer ausreichend blutdrucksenkend.
  • Anmerkung: Alle genannten Optionen sind in Deutschland grundsätzlich erstattungsfähig durch die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und werden gemäß den Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga eingesetzt.

13. Rechtlicher Status, Zulassung & Erstattung (Deutschland)

  • Irbesartan ist gemäß § 21 AMG zugelassen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Nur als rezeptpflichtiges Arzneimittel erhältlich (Verschreibung nach Muster-16-Rezept erforderlich).
  • Erstattung durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Regelfall gewährleistet (G-BA Arzneimittelrichtlinie).
  • Zulassungsnummern und Chargen sind stets auf der Verpackung angegeben.

14. Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022–2025)

  • Laut Deutsche Hochdruckliga/ESC-Leitlinie 2023 bleibt Irbesartan ein etabliertes Mittel der ersten Wahl bei Hypertonie, vor allem bei Komorbidität Diabetes und Proteinurie (Williams B et al., ESC/ESH 2023 Guidelines).
  • Neue Registerdaten (2023, DSH-Register) bestätigen die Sicherheit und Effektivität von Irbesartan bei älteren und multimorbiden Patienten.
  • Kombinationstherapien mit Thiazid-Diuretika oder Kalziumantagonisten sind besonders bei therapierefraktärer Hypertonie empfohlen.
  • Quellen: ESC/ESH-Leitlinie 2023, Arzneimittelkompass 2024, Dtsch Ärzteblatt 2023; BfArM.

15. Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten

Packungsgröße Stärke Apothekenverkaufspreis, ca.* Verfügbarkeit Lieferzeit (je nach Stadt und Versandapotheke)
N1 (14 Stück) 150 / 300 mg ca. 17–24 € Hohe Lagerverfügbarkeit Berlin: 1 Tag
Hamburg: 2 Tage
Köln: 1–2 Tage
München: 1 Tag
Frankfurt a.M.: 1–2 Tage
N2 (28 Stück) 150 / 300 mg ca. 23–30 € Sehr hoch Deutschlandweit: 1–3 Tage
N3 (98 Stück) 150 / 300 mg ca. 54–65 € Regelmäßig vorrätig Deutschlandweit: 1–3 Tage

*Unverbindliche Apothekenverkaufspreise; GKV-Patienten zahlen i.d.R. nur die festgelegte Zuzahlung.

16. FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Kann Irbesartan dauerhaft eingenommen werden?
    Ja. Die dauerhafte Anwendung ist – nach Rücksprache und regelmäßiger Kontrolle beim Arzt – bei Bluthochdruck und Nierenerkrankungen üblich und erfolgt meist lebenslang.
  2. Was tun, wenn ich die Einnahme einmal vergessen habe?
    Nehmen Sie die vergessene Dosis schnellstmöglich am selben Tag nach. Ist bereits der nächste Tag erreicht, führen Sie die Einnahme wie gewohnt fort. Keine doppelte Dosis!
  3. Was muss ich bei der Einnahme zusammen mit anderen Medikamenten beachten?
    Teilen Sie Ihrem Arzt mit, welche weiteren Arzneimittel Sie einnehmen (z.B. Diuretika, Schmerzmittel, Kaliumpräparate), da Wechselwirkungen möglich sind. Ihr Arzt passt ggf. die Dosis an oder empfiehlt Blutuntersuchungen.
  4. Kann ich mit Irbesartan Alkohol trinken?
    Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken und das Schwindelrisiko erhöhen. Reduzieren oder vermeiden Sie deshalb Alkohol, vor allem zum Therapiestart.
  5. Eignung während Schwangerschaft und Stillzeit?
    Nein! Irbesartan darf während Schwangerschaft und Stillzeit keinesfalls angewendet werden, da Risiken für das Kind bestehen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Apotheke. Bitte beachten Sie den aktuellen Beipackzettel.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

150mg, 300mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill