Duphaston® (Dydrogesteron): Umfassende Produktbeschreibung für Patienten in Deutschland
Grundlegende Produktinformationen
| Internationaler Freiname (INN) | Dydrogesteron |
|---|---|
| Handelsnamen in Deutschland | Duphaston® |
| ATC-Code | G03DB01 |
| Verfügbare Darreichungsformen und Stärken | Filmtabletten zu 10 mg |
| Hersteller | Abbott Arzneimittel GmbH |
| Verschreibungsstatus | Verschreibungspflichtig (Rx) |
Wirkmechanismus
- Einfache Erklärung: Dydrogesteron ist ein synthetisches Hormon (Gelbkörperhormon/Progesteron), das ähnlich wie natürliches Progesteron im Körper wirkt. Es unterstützt die Gebärmutterschleimhaut und stellt ein hormonelles Gleichgewicht her, besonders während hormoneller Störungen.
- Für Fachpersonal: Dydrogesteron bindet spezifisch an die Progesteronrezeptoren des Endometriums. Es hat keine androgenen, östrogenen oder kortikoiden Nebenwirkungen und moduliert die Expression pro- und antiinflammatorischer Mediatoren und Zellproliferationsfaktoren.
Pharmakokinetik
- Absorption: Dydrogesteron wird nach oraler Gabe rasch im Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Maximale Plasmaspiegel werden ca. 0,5 bis 2,5 Stunden nach Einnahme erreicht.
- Metabolismus: Der Hauptmetabolit ist 20α-Dihydrodydrogesteron (DHD). Die Umwandlung erfolgt hauptsächlich in der Leber.
- Elimination: Die Ausscheidung erfolgt überwiegend renal (über die Nieren), 72 % der Dosis werden im Urin gefunden, überwiegend als Metabolite.
- Wirkdauer: Biologische Halbwertszeit beträgt 5–7 Stunden. Zweimal tägliche Einnahme gewährleistet konstante Wirkspiegel.
Alltag und Anwendung – Typische Dosierungen & Anwendungshinweise
- Einnahme meist 1–2 mal täglich mit etwas Wasser, zur selben Tageszeit (siehe Einnahmezeitpunkt unten).
- Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Ernährung unten).
- Die konkrete Dosierung richtet sich nach Indikation (s. Tabellen unten); eigenständige Dosierungsanpassung ist nicht empfohlen.
- Vergessene Einnahme möglichst bald nachholen, nicht doppelt einnehmen.
- Wichtig: Therapie je nach Indikation nicht unterbrechen, ohne den behandelnden Arzt zu informieren.
Morgendliche versus abendliche Einnahme – Tipps zur Regelmäßigkeit
- Am Morgen: Vorteilhaft für Patienten, die abends Magenbeschwerden haben. Bei morgendlicher Routine (z.B. Tablettendosette) wird die Einnahme seltener vergessen.
- Am Abend: Für Frauen, die tagsüber beschäftigt sind, bietet sich die abendliche Einnahme (z.B. nach dem Abendessen) an. Ggf. beruhigende Wirkung auf den Schlaf.
- Tipp: Zeitpunkt konsequent einhalten, Erinnerungsfunktion im Handy stellen.
Zum Essen oder nüchtern? – Einfluss der Mahlzeiten in Deutschland
- Duphaston® kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden – weder die Resorption noch die Wirkung werden durch normales deutsches Frühstück (z.B. Brot, Aufstrich), Mittag- oder Abendessen beeinflusst.
- Bei empfindlichem Magen empfiehlt sich die Einnahme zusammen mit einer kleinen Mahlzeit.
Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln, Alkohol und Medikamenten
| Interaktionspartner | Wechselwirkungsrisiko | Empfehlung |
|---|---|---|
| Alkohol | Keine bekannte Wechselwirkung, aber erhöhter Alkoholgenuss kann den Leberstoffwechsel beeinflussen. | Alkoholkonsum moderat halten. |
| Antiepileptika (z.B. Carbamazepin, Phenytoin) | Erhöhte Metabolisierung von Dydrogesteron, Wirkungsabschwächung möglich. | Kombination möglichst vermeiden, Rücksprache mit Arzt. |
| Johanniskraut | Wirkabschwächung von Dydrogesteron. | Achtung bei Selbstmedikation, Apotheker fragen. |
| Antibiotika (z.B. Rifampicin) | Enzyminduktion, Wirkung kann nachlassen. | Vorsicht, regelmäßige Kontrolle. |
| Östrogene/Hormonpräparate | Kombination häufig eingesetzt, z.B. in der Hormonersatztherapie. | Dosierung ggf. anpassen. |
Anwendungsgebiete (Indikationen)
| Indikation | Status in Deutschland | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| Gelbkörperinsuffizienz (Lutealphaseninsuffizienz) | Zugelassen | Bei unerfülltem Kinderwunsch, zur Unterstützung der Schleimhaut. |
| Menstruationsstörungen & Dysmenorrhö | Zugelassen | Behandlung unregelmäßiger, schmerzhafter Perioden. |
| Prämenstruelles Syndrom (PMS) | Zugelassen | Linderung typischer Beschwerden vor der Regel. |
| Gefahr einer Fehlgeburt/Fortführung der Schwangerschaft | Zugelassen | Bei Progesteronmangel zu Beginn der Schwangerschaft. |
| Endometriose | Zugelassen | Therapie von Begleitbeschwerden. |
| Hormonersatztherapie in den Wechseljahren | Zugelassen (Kombination mit Östrogen) | Schutz der Gebärmutterschleimhaut unter reiner Östrogentherapie. |
| Off-Label: Unterstützung bei IVF/ICSI | Off-Label | Zur Lutealphasenunterstützung im Rahmen der Kinderwunschbehandlung (nach ärztlicher Beurteilung). |
Dosierung nach Indikation (Erwachsene, Kinder, ältere Patienten)
| Indikation | Erwachsene | Kinder/Jugendliche | Ältere Patienten |
|---|---|---|---|
| Menstruationsstörungen | 2x täglich 10 mg Tag 11–25 Zyklus | Individuelle Indikationsstellung | Wie Erwachsene |
| Dysmenorrhö | 2x täglich 10 mg Tag 5–25 Zyklus | Nicht empfohlen | Wie Erwachsene |
| PMS | 2x täglich 10 mg (ab Zyklustag 11–25) | Individuelle Indikationsstellung | Wie Erwachsene |
| Gefahr einer Fehlgeburt | 1x täglich 10 mg bis Woche 20, danach Reduktion nach ärztlicher Vorgabe | Nicht zugelassen | Wie Erwachsene |
| Hormonersatztherapie (Kombination) | 10–20 mg täglich an 12–14 Tagen pro Zyklus | Nicht empfohlen | Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung bei eingeschränkter Leberfunktion |
| Endometriose | 2–3x täglich 10 mg, Tag 5–25 oder durchgehend | Nicht empfohlen | Wie Erwachsene |
Sicherheitsprofil/Nebenwirkungen
- Häufige Nebenwirkungen:
- Kopfschmerzen
- Harndrang/Blähbauch
- Brustspannen
- Unregelmäßige Blutungen (meist zu Therapiebeginn)
- Gelegentliche Nebenwirkungen:
- Müdigkeit, Benommenheit
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall)
- Ausschlag
- Seltene Nebenwirkungen:
- Allergische Reaktionen (Schwellungen, Atemnot)
- Leberschädigung (Zeichen: Gelbfärbung der Haut)
- Warnhinweise:
- Nicht bei bestehenden Lebererkrankungen verwenden.
- Vor Therapie Blutgerinnung und Leberwerte prüfen (gerade bei Langzeitanwendung).
- Bei ungeklärten vaginalen Blutungen Arzt aufsuchen.
Richtige Anwendung: Tipps aus der deutschen Apotheke
- Regelmäßige Einnahme ist entscheidend für die Wirksamkeit.
- Am besten morgens und/oder abends mit einem Glas Wasser einnehmen.
- Packungsbeilage beachten; Dosierungsanweisung des Arztes befolgen.
- Medikament nicht länger als nötig anwenden; regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen (Gynäkologie/Endokrinologie) wahrnehmen.
- Bei Nebenwirkungen oder Unsicherheiten Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Apotheke halten.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten (erstattungsfähig durch Krankenkassen in Deutschland)
- Naturidentisches Progesteron (Utrogest® / Famenita®):
- Vorteile: Wird vaginal oder oral verabreicht, bioidentisch; breite Erfahrung in Deutschland.
- Nachteile: Bei oraler Gabe öfter Müdigkeit/Magen-Darm-Beschwerden.
- Medroxyprogesteronacetat (Provera®):
- Vorteile: Alternative bei Unverträglichkeiten, breites Wirkspektrum.
- Nachteile: Mehr Nebenwirkungen (Wassereinlagerung, Gewichtszunahme).
- Gestagene in Kombinationspräparaten (Anti-Baby-Pille):
- Vorteile: Verhütung und Zyklusregulation, bei Endometriose.
- Nachteile: Kein Einsatz bei bestehendem Kinderwunsch.
- Nicht-hormonelle Alternativen: (bei einzelnen Beschwerden; z.B. Schmerzmittel, pflanzliche Präparate)
Rechtlicher Status, Registrierung und Erstattungsfähigkeit
- In Deutschland zugelassen (BfArM – Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte).
- Verschreibungspflichtig nach §48 AMG.
- Arzneimittelverordnung nur nach ärztlicher Diagnose.
- Erstattung durch gesetzliche Krankenkassen bei zugelassenen Indikationen, ggf. Zuzahlungspflicht. Privatversicherungen übernehmen Kosten in der Regel vollständig.
- Zugelassen nach deutschem Arzneimittelgesetz – Registrierung gemäß europäischen Richtlinien (EMA).
Aktuelle wissenschaftliche Leitlinien und Studien (2022–2025)
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Dydrogesteron wird in der Behandlung von Endometriose, PMS und Lutealinsuffizienz empfohlen; neuere Studien bestätigen vergleichbare Wirksamkeit mit Bioidentischem Progesteron (Scholz et al., Geburtshilfe Frauenheilkd 2023;83(07):754–763).
- Europäische IVF-Leitlinien 2022: Dydrogesteron als akzeptierte Option in der Lutealphasenunterstützung nach IVF/ICSI (ESHRE Guideline, 2022).
- Deutsche Endometriose-Leitlinie 2023: Dydrogesteron und Progesteron als gleichwertig empfohlen (AWMF S2k-Leitlinie, 2023).
- Warnhinweis EMA 2023: Kein erhöhtes Risiko für schwere Thromboembolien oder Lebererkrankungen bei Anwendung innerhalb der empfohlenen Dosis (EMA Pharmacovigilance Report 2023).
Verfügbarkeit, Packungsgrößen und Lieferzeiten innerhalb Deutschlands
| Packungsgröße | Anzahl Tabletten | UVP (unverbindliche Preisempfehlung)* | Lieferzeit (Arzneimittelversand) |
|---|---|---|---|
| Klein | 20 Stück | ca. 23,90 € | 1–2 Werktage (Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln) |
| Mittel | 60 Stück | ca. 59,90 € | 1–3 Werktage bundesweit |
| Groß | 100 Stück | ca. 96,50 € | 2–4 Werktage (Dorf- und Kleinstadt-Regionen) |
- *Preise können apothekenabhängig schwanken, Erstattung durch Kassen berücksichtigt gesetzliche Aufzahlungen.
- Duphaston® ist in Apotheken und Versandapotheken bundesweit verfügbar.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Duphaston®
- Kann Duphaston® die Fruchtbarkeit verbessern?
Duphaston® gleicht einen Progesteronmangel aus und kann so die Schleimhaut auf eine erfolgreiche Einnistung vorbereiten. Es ist kein Fruchtbarkeitsmedikament an sich, aber ein wichtiger Bestandteil bei Kinderwunschbehandlungen bei Gelbkörperhormonmangel. - Kann ich Duphaston® unbesorgt in der Schwangerschaft nehmen?
Ja, sofern der Arzt es verordnet hat. Dydrogesteron wird zur Unterstützung der Frühschwangerschaft eingesetzt, insbesondere bei vorangegangenen Fehlgeburten oder nachgewiesenem Progesteronmangel. - Bekommt meine Krankenkasse die Kosten übernommen?
Bei zugelassenen Indikationen wie Menstruationsstörungen, PMS, Endometriose, Fertilitätsstörungen oder als Lutealunterstützung werden die Kosten in der Regel übernommen. Bei off-label-Anwendungen (z.B. im Rahmen spezieller IVF-Protokolle) ist eine vorherige Anfrage ratsam. - Was muss ich bei der Kombination mit anderen Medikamenten beachten?
Achten Sie besonders bei der Einnahme von anderen Hormonpräparaten, Epilepsiemitteln oder Johanniskraut auf Wechselwirkungen (siehe Tabelle oben). Fragen Sie im Zweifel Ihre Apotheke oder Ihren Arzt. - Kann ich Duphaston® auch vegan oder vegetarisch einnehmen?
Duphaston®-Tabletten enthalten keine tierischen Bestandteile und sind für Vegetarier geeignet. Bei konkretem veganem Anspruch fragen Sie nach Produktchargen-Auskunft in der Apotheke.

