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Proair Inhaler (Salbutamol (Albuterol))

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-17%
Der Proair Inhalator enthält den Wirkstoff Salbutamol (auch als Albuterol bekannt) und wird zur schnellen Linderung akuter Atemnot bei Asthma oder chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) verwendet. Das Medikament erweitert die Atemwege und erleichtert das Atmen. Die Wirkung setzt in der Regel innerhalb weniger Minuten ein. Der Proair Inhalator sollte nur nach ärztlicher Anweisung angewendet werden. Bei Fragen sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Proair Inhalator (Salbutamol/Albuterol) – Umfassende Produktinformation

Grundlegende Produktinformationen

Wirkstoff (INN) Salbutamol (international: Albuterol)
Handelsnamen in Deutschland Proair Inhaler (häufig importiert), Ventolin, SalbuHEXAL, Sultanol, Salamol
ATC-Code R03AC02
Darreichungsformen / Stärken Dosieraerosol (Inhalator) 100 μg/Dosis; Lösung für Vernebler
Hersteller Teva, HEXAL, GlaxoSmithKline, diverse Importeure
Verschreibungsstatus Rezeptpflichtig (Apothekenpflicht gemäß AMG)

Salbutamol (auch bekannt als Albuterol) ist ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum, das zur schnellen Linderung von Bronchospasmen eingesetzt wird. Es ist eines der am häufigsten verschriebenen Notfallmedikamente bei Asthma bronchiale sowie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD).

Wirkmechanismus

  • Für Laien verständlich: Salbutamol wirkt, indem es die Muskeln in den Atemwegen entspannt. So können sich die Bronchien erweitern, was das Atmen erleichtert und Symptome wie Husten, Engegefühl oder Kurzatmigkeit schnell lindert.
  • Für Fachpersonal: Salbutamol ist ein selektiver β2-Adrenerger Agonist und stimuliert adrenerge β2-Rezeptoren in der Bronchialmuskulatur. Dies führt zu einer Aktivierung der Adenylatzyklase, erhöhter cAMP-Produktion und folglich zur Relaxation des glatten Muskelgewebes.

Pharmakokinetik

  • Absorption: Gute pulmonale Resorption bei Inhalation, geringe systemische Bioverfügbarkeit (circa 10–20%) aufgrund First-Pass-Effekts bei oraler Aufnahme.
  • Metabolisierung: Hauptsächlich hepatisch durch Sulfatierung zu inaktiven Metaboliten, Umwandlung in der Leber und Darmwand.
  • Ausscheidung: Renal (überwiegend Metaboliten), geringe Anteile unverändert über den Urin.
  • Wirkeintritt: 5–10 Minuten nach Inhalation.
  • Wirkdauer: 4–6 Stunden, maximale Wirkung nach 30–60 Minuten.

Anwendung im Alltag & Praktische Hinweise

  • Der Proair Inhalator wird häufig als „Notfallinhalator“ für akute Atemnot verwendet.
  • Übliche Erwachsenendosis: 1–2 Hübe bei Bedarf, maximal 8 Hübe pro 24 h.
  • Für Kinder ab 4 Jahren wird meist 1 Hub verwendet, maximal 4-6 Hübe/Tag (nach ärztlicher Rücksprache).
  • Vor Gebrauch schütteln und Anwendung nach Anweisung (am besten im Sitzen/Stehen).
  • Zwischen zwei Anwendungen sollte ein Abstand von mindestens 4 Stunden liegen, sofern nicht anders verordnet.
  • Regelmäßige Reinigung des Mundstücks: 1–2x pro Woche mit warmem Wasser ausspülen.
  • Auf richtige Inhalationstechnik (tiefe, langsame Einatmung, Anwendung mit Spacer bei Koordinationsproblemen) achten.

Der Inhalator sollte stets griffbereit sein – z. B. in der Handtasche, Sporttasche oder auf dem Nachttisch. In deutschen Schulen und Betrieben ist das Mitführen nach Rücksprache mit dem Arzt meist erlaubt.

Morgens vs. abends – Dosierungszeitpunkte

  • Salbutamol-Inhalatoren werden bei Bedarf eingesetzt und nicht regelmäßig zur selben Uhrzeit.
  • Bei typischen Asthma-Symptomen am Morgen kann eine Dosis vor dem Frühstück eingenommen werden, um einen guten Start in den Tag zu gewährleisten.
  • Symptome, die nachts oder abends auftreten, können ebenfalls mit dem Inhalator behandelt werden.
  • Tipp: Feste Tageszeiten für die Anwendung sind bei Salbutamol nicht erforderlich. Die Notwendigkeit der Anwendung ist symptomorientiert. Ein empfindlicher Husten nach dem Aufstehen oder vor körperlicher Aktivität kann prophylaktisch behandelt werden. Achten Sie auf eine gleichbleibende Verfügbarkeit.
  • Eine Überanwendung abends kann zu Schlaflosigkeit führen (wegen stimulierender Wirkung).

Einnahme zu den Mahlzeiten oder auf nüchternen Magen

  • Der Wirkungseintritt und die Effektivität sind unabhängig vom Mageninhalt, da Salbutamol direkt über die Lunge aufgenommen wird.
  • Es müssen keine speziellen Anpassungen an die deutsche Ernährung erfolgen. Brotzeiten, Milchprodukte oder Kaffee beeinflussen die Wirkung des Inhalators nicht.
  • Nur bei oraler Anwendung (Tabletten/Sirup) sollte wegen möglicher Übelkeit auf eine Einnahme nach den Mahlzeiten geachtet werden.

Warnhinweise zu Interaktionen

Interaktion Beschreibung / Empfehlungen
Lebensmittel Keine bekannten Interaktionen, normale Mahlzeiten sind unproblematisch.
Alkohol In Maßen meist unproblematisch, große Mengen können Herzrhythmusstörungen oder Blutdrucksteigerung fördern.
Beta-Blocker Können die Wirkung von Salbutamol abschwächen (Gegenspieler). Nur nach Rücksprache mit dem Arzt kombinieren.
Diuretika / Kortikosteroide Verstärktes Risiko für Hypokaliämie (Senkung des Kaliumspiegels). Überwachung empfohlen.
MAO-Hemmer / trizyklische Antidepressiva Können die Nebenwirkungen von Salbutamol verstärken. Kombination nur nach Rücksprache zulässig.
Xanthinderivate (z.B. Theophyllin) Verstärkte kardiale Nebenwirkungen möglich.

Indikationen

Indikation Zulassungsstatus
Akuter Asthmaanfall Zugelassen
Chronische symptomatische Therapie von Asthma Zugelassen (bei Bedarf)
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) Zugelassen (bei reversiblen Komponenten)
Prävention belastungsinduzierter Bronchospasmen Zugelassen
Off-label: Hyperkaliämie, Wehenhemmung (Tokolyse) Nur stationär / außerhalb der Zulassung

Dosierung nach klinischer Indikation

Patientengruppe Empfohlene Dosierung
Erwachsene 1–2 Hübe (100–200 µg) bei Bedarf, max. 8 Hübe/24 h
Kinder (4–12 Jahre) 1 Hub (100 µg) bei Bedarf, max. 4–6 Hübe/24 h
Jugendliche (ab 12 Jahren) Wie Erwachsene
Ältere Menschen Wie Erwachsene, evtl. reduzierte Einzeldosis nach ärztlicher Absprache
Vor körperlicher Belastung 1–2 Hübe 10–15 Minuten vor geplanter Aktivität

Sicherheitsprofil & Nebenwirkungen

Kategorie Beispiele
Sehr häufig (>10%) Tremor (Zittern), Kopfschmerzen, Palpitationen (Herzklopfen)
Häufig (1–10%) Nervosität, Muskelkrämpfe, Mundtrockenheit, Unruhe, Tachykardie
Gelegentlich (0,1–1%) Mundschleimhautreizungen, Übelkeit, Schwitzen, Schwindel
Selten (<0,1%) Allergische Reaktionen, unerklärliche Brustschmerzen, paradoxer Bronchospasmus
Bedeutsame Warnhinweise Nicht bei unkontrollierter Herzerkrankung anwenden; Überdosierung kann zu Hypokaliämie führen; regelmäßige Kontrolle bei Herzpatienten und Diabetikern!

Richtige Anwendung – Tipps aus der Apotheke

  • Vor der ersten Anwendung ein „Probeshub“ in die Luft geben.
  • Vor jeder Anwendung kräftig schütteln.
  • Nach dem Ausatmen Mundstück ansetzen, tief und langsam einatmen und gleichzeitig den Sprühstoß auslösen.
  • Nach der Inhalation Atem 5–10 Sekunden anhalten, dann langsam ausatmen.
  • Anschließend Mund ausspülen, um Reizungen und Pilzinfektionen vorzubeugen.
  • Aufstellung eines Inhalationsplans in Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
  • Bei chronischem Bedarf: Ein „Kontrollinhalator“ mit Cortison (ICS) sollte erwogen werden.
  • Die aktuelle S3-Leitlinie empfiehlt den Notfallinhalator nicht als Monotherapie.

Alternative Behandlungsoptionen (GKV-Erstattung)

  • Langwirksame Beta-2-Agonisten (LABA) – z. B. Formoterol, Salmeterol (für Dauerbehandlung, stets mit Corticosteroid).
  • Inhalative Kortikosteroide (ICS) – z. B. Budesonid, Fluticason (Basistherapie bei Asthma, erstattungsfähig).
  • Kombinationspräparate (ICS + LABA) – Seretide, Symbicort, Foster. Vorteil: Einfache Anwendung, langfristige Kontrolle; Nachteil: Nicht für den Akutfall geeignet.
  • Anticholinergika (z. B. Ipratropiumbromid, Tiotropium) – bei COPD, alternative Bronchodilatation, GKV-Leistung.
  • Montelukast (Leukotrienantagonist) – selten als Zusatztherapie, oral verfügbar.

Rechtlicher Status, Zulassung und Kostenerstattung in Deutschland

  • Zulassungsbehörde: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Rezeptpflicht: Salbutamol ist in allen Inhalator-Formen verschreibungspflichtig.
  • Kostenerstattung: Als essentielles Arzneimittel ist Salbutamol bei korrekter Indikation von allen gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erstattungsfähig (§ 31 SGB V).
  • Zulassungsnummern (am Beispiel Ventolin®): 31162.00.00, SalbuHEXAL®: 57461.00.00
  • Importe: Proair aus den USA ist im Einzelfall per Einzelimport nach § 73 Abs. 3 AMG verfügbar (nach ärztlicher Begründung).

Aktuelle Forschung und Leitlinien (2022-2025)

Die Deutsche Atemwegsliga (2023) und die aktuelle NVL Asthma bronchiale (2023) betonen: Die alleinige Anwendung von Salbutamol als Notfallmedikament („SABA only“-Therapie) ist veraltet. Die Basistherapie (ICS, evtl. Kombinationspräparate) soll im Vordergrund stehen, mit Salbutamol nur nach Bedarf. GINA-Report 2024 empfiehlt die Kombination von ICS/LABA als bevorzugtes Step-up.

Quellen: NVL Asthma, GINA 2024, Deutsche Atemwegsliga, BfArM Arzneimittel-Datenbank, Arzneiverordnungs-Report 2023

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Lieferzeiten & Preise

Packungsgröße Dosen/Packung Apothekenverkaufspreis (AVP) ca. Kassenleistung Lieferzeit (Wochentage)
Standard-Inhalator 200 18–24 € GKV & privat Berlin: 1–2, München: 1–2, Hamburg: 1–2, Dresden: 1–2
Doppelpack (2 x 200) 400 32–38 € GKV & privat bundesweit 1–3
Lösung für Vernebler 20 x 2,5 ml ab 26 € GKV & privat bundesweit 1–3
Einzelimport (Proair USA) 200 36–50 € meist privat 2–8

Lieferzeiten basieren auf Apotheken-Recherchen (Stand: Juni 2024). Notfallmedikamente stehen in fast allen Vor-Ort-Apotheken tagesaktuell bereit.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Wie lange reicht ein Inhalator?
    Ein Standard-Inhalator enthält 200 Hübe; bei typischer Anwendung (z.B. bei 1–2 Hüben am Tag) hält er etwa 3–6 Monate. Bei gesteigertem Bedarf sollten Sie Ihren Arzt über eine mögliche Verschlechterung informieren.
  • Ist Salbutamol auch für Kinder geeignet?
    Ja, Salbutamol ist ab 4 Jahren zugelassen. Die Dosierung erfolgt individuell durch den Kinderarzt, meist 1 Hub pro Bedarf, maximal 4–6 Hübe/Tag.
  • Kann ich mit Salbutamol Sport treiben?
    Ja, gerade zur Vorbeugung von belastungsinduzierten Asthmaanfällen ist ein Hub 10–15 Minuten vor dem Sport empfehlenswert. Salbutamol steht nicht auf der Dopingliste, muss aber im Leistungssport (WADA) deklariert werden.
  • Was mache ich bei Nebenwirkungen wie Zittern oder Herzrasen?
    Diese Nebenwirkungen sind meist vorübergehend. Halten die Beschwerden an oder werden stärker, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf; evtl. ist eine Dosisanpassung notwendig.
  • Ist eine Überdosierung gefährlich?
    Ja, eine zu hohe Dosis kann zu Herzrasen, Muskelkrämpfen, Unruhe oder sogar zu schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen führen. Überschreiten Sie niemals die verordnete Tagesdosis!

Für weitere Fragen und Beratungen zur richtigen Anwendung, Wechselwirkungen oder Verträglichkeit steht Ihnen Ihr Apothekenteam gerne zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

100mcg

Paket: No selection

1 inhaler, 3 inhaler, 4 inhaler, 6 inhaler, 10 inhaler