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Chloroquine (Chloroquine phosphate)

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Chloroquin (Chloroquinphosphat) ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung und Vorbeugung von Malaria eingesetzt wird. Es wirkt, indem es das Wachstum von Malariaerregern im Körper hemmt. In einigen Fällen wird Chloroquin auch bei bestimmten entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis verwendet. Das Medikament sollte immer genau nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden. Bei Fragen oder Nebenwirkungen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Chloroquin (Chloroquinphosphat) – Patienteninformation für Deutschland

Basisinformationen

International Nonproprietary Name (INN) Chloroquin (Chloroquinphosphat)
Handelsnamen in Deutschland Resochin® (Bayer), Generika
ATC-Code P01BA01
Darreichungsformen, Stärken Tabletten: 250 mg (entsprechend 155 mg Chloroquin-Basis)
Lösung zur intravenösen Anwendung (besonders für Klinikgebrauch)
Hersteller Bayer Vital GmbH, Generikahersteller (siehe aktuelle Datenbank)
Verschreibungsstatus Verschreibungspflichtig gemäß §48 AMG

Wirkmechanismus

Für Patienten:
Chloroquin wirkt gegen bestimmte Parasiten, vor allem gegen den Erreger der Malaria. Es reichert sich in deren Zellen an und stört dort wichtige Vorgänge beim Stoffwechsel, wodurch der Parasit abstirbt.
Für Spezialisten:
Chloroquin hemmt die Polymerziserung von Hämozoin aus Hämin in Plasmodium-Spp.-Vakuolen, was zu toxischer Anreicherung von Hämin führt. Es beeinflusst zudem lysosomale pH-Werte und kann immunmodulatorische Effekte im Rahmen entzündlicher Erkrankungen entfalten.

Pharmakokinetik

  • Resorption: Gut oral bioverfügbar (70–90%), maximale Plasmaspiegel nach 1–6 Stunden.
  • Verteilung: Großes Verteilungsvolumen, Speicherung in Leber, Milz, Niere, Lunge, Haut, Muskel.
  • Metabolisierung: Hepatisch (CYP2C8, CYP3A4/5), aktive Metaboliten.
  • Elimination: Hauptsächlich renal (mit dem Urin), geringe Anteile fäkale Ausscheidung.
  • Halbwertszeit: 1–2 Monate (Variationen je nach Lebensalter und Nierenfunktion).
  • Wirkdauer: Therapiewirkung setzt rasch, innerhalb weniger Tage, ein.

Anwendung im Alltag & Empfehlungen

  • Typische Dosierung: Für Malariaprophylaxe meist 1x wöchentlich 250 mg (155 mg Basis), für Therapie initial höhere Startdosis gefolgt von Erhaltungsdosen; Dosierung individuell laut Verordnung.
  • Wie anzuwenden: Unzerkaut mit ausreichend Wasser einnehmen. Einnahme zur selben Tageszeit fördert Therapietreue.
  • Kontext in Deutschland: Kurzreisen in Malariagebiete sind selten; Anwendung meist als Therapie, z.B. bei Malaria-Import, rheumatologischen Erkrankungen oder seltenen Hauterkrankungen.
  • Einnahmeempfehlung: Ärztliche Anweisung beachten, Tabletten nicht teilen, sofern nicht speziell vorgesehen.

Einnahme morgens vs. abends

  • Morgens: Besser mit Frühstück verträglich, geringeres Risiko für Übelkeit.
  • Abends: Kürzere Wahrnehmung der Nebenwirkungen, jedoch bei Schlafstörungen weniger geeignet.
  • Tipp: Einnahme möglichst täglich zur gleichen Uhrzeit, um Plasmaspiegel stabil zu halten.

Einnahme mit oder ohne Mahlzeit (deutsche Essgewohnheiten)

  • Chloroquin kann mit oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden, um Magenbeschwerden zu reduzieren.
  • Die Wirkung wird durch normale mitteleuropäische Ernährung nicht beeinflusst.
  • Vermeiden Sie sehr fettreiche Speisen direkt vor/nach Einnahme, da Resorption geringfügig beeinflusst werden kann. Milchprodukte sind unproblematisch.

Interaktionswarnungen

Interaktionspartner Empfohlene Maßnahmen
Alkohol Erhöht das Risiko für Leberschäden und Nebenwirkungen – Konsum beschränken
Antazida (z. B. Magnesium, Aluminium) Mindestens 4 Stunden Abstand zur Einnahme von Chloroquin
Digoxin Plasmaspiegelkontrolle notwendig (Verstärkung der Digoxinwirkung möglich)
Ciclosporin, Methotrexat Erhöhtes Nebenwirkungsrisiko, Rücksprache mit behandelndem Arzt
Andere Antimalariamittel (z. B. Mefloquin) Nur Kombination nach strenger ärztlicher Indikation
Lebensmittel Keine klinisch relevanten Interaktionen belegt

Indikationen

Indikation Status Kurzbeschreibung
Malaria (Plasmodium vivax, ovale, malariae, sensibler P. falciparum) Offiziell zugelassen (gem. BfArM) Therapie und Prophylaxe
Lupus erythematodes (SLE), rheumatoide Arthritis Off-label in Ausnahmefällen (Rheumatologie-Vorgaben!) Langzeitbehandlung, immunmodulatorischer Effekt
Porphyria cutanea tarda, chronische kutane Porphyrie Off-label Spezialfall, nur unter ärztlicher Kontrolle
COVID-19 Therapie NICHT empfohlen (aktuelle Leitlinien: keine Indikation, siehe Abschnitt "Neuere Studien") Nur im Rahmen von Studien erlaubt

Dosierung nach Indikation

Klinische Situation Erwachsene Kinder Ältere Patienten
Malariatherapie (Akutfall) 1. Tag: 1 g (4 Tbl.) als Einzeldosis, nach 6–8 Std. 500 mg (2 Tbl.); 2. und 3. Tag: je 500 mg (2 Tbl.) täglich 10 mg Basis/kg (max. 600 mg) als Initialdosis, dann 5 mg/kg (max. 300 mg) nach 6–8 Std. und an 2 Folgetagen Wie Erwachsene, ggf. Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Malariaprophylaxe Wöchentlich 250 mg (1 Tbl./Woche), Beginn 1 Woche vor Einreise, Ende 4 Wochen nach Rückkehr 5 mg Basis/kg (max. 250 mg/Woche) Wie Erwachsene, aber engmaschigere Kontrolle empfohlen
Lupus erythematodes / rheumatoide Arthritis (Off-label) 250–500 mg/Tag (Erhaltungsdosis nach Körpergewicht) Individuell, nur unter Facharztnachsicht Besonders sorgfältige Augen- und Nierenkontrolle

Sicherheitsprofil / Nebenwirkungen

  • Häufig (≥ 1/10):
    • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen
    • Kopfschmerzen, Schwindel, visuelle Störungen
    • Hautausschlag, Juckreiz
  • Gelegentlich (≥ 1/100 bis < 1/10):
    • Veränderung des Hautkolorits (grau-blau)
    • Pigmentstörungen der Netzhaut (insb. bei Langzeiteinnahme)
    • Psychische Veränderungen, Schlafstörungen
  • Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000):
    • Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung)
    • Blutbildveränderungen
    • Leber-, Nierenschäden
  • Warnhinweise: Bei Sehstörungen oder plötzlichen Herzbeschwerden sofort Arzt aufsuchen!

Leitfaden für den richtigen Gebrauch (Tipps für Patienten in Deutschland)

  • Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren
  • Tabletten nicht teilen, sofern nicht ausdrücklich vorgesehen
  • Regelmäßige Kontrolltermine bei Augenarzt (insbesondere bei Langzeittherapie empfohlen)
  • Vorsicht während Schwangerschaft/Stillzeit – Nutzen-Risiko-Abwägung durch Arzt
  • Nicht eigenmächtig absetzen, auch bei Symptomfreiheit
  • Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt über alle weiteren Medikamente

Alternative Therapieoptionen (GKV-Erstattung, Vor- und Nachteile)

  • Mefloquin (Lariam®): Für Malariaprophylaxe und Therapie, gut wirksam aber neuropsychiatrische Nebenwirkungen möglich.
  • Atovaquon/Proguanil (Malarone®): Moderne Kombination, aber teurer; hohe Wirksamkeit, auch gegen resistenteren P. falciparum.
  • Doxycyclin: Alternative für Malariagebiete mit Resistenzen; Antibiotikum, Photosensitivität.
  • Hydroxychloroquin (Quensyl®): Für rheumatologische Erkrankungen bevorzugt wegen besserer Verträglichkeit; GKV-erstattungsfähig bei ärztlicher Indikation.

Die Auswahl erfolgt abhängig vom individuellen Risiko- und Nebenwirkungsprofil, Reiseziel und Begleiterkrankungen.

Rechtliche Aspekte, Zulassung und Erstattung in Deutschland

  • Zulassungsstatus: Chloroquin ist zugelassen für Malariatherapie/-prophylaxe (siehe BfArM und ABDA-Datenbank)
  • Verschreibungspflicht: Ja (Rezept durch Arzt erforderlich)
  • Erstattung durch GKV: Bei offiziell zugelassener Indikation (z. B. Malaria) über Kassenrezept (rosa Rezept) erstattungsfähig; für off-label-Anwendungen nach individueller Prüfung ("Antrag auf Kostenübernahme")
  • Apothekenpflicht: Ja
  • Import-Arzneimittel: Im Ausnahmefall nach §73 AMG möglich, bei Nichtverfügbarkeit

Neueste Forschung und klinische Leitlinien (2022–2025)

  • Malaria: Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigen Chloroquin als Mittel erster Wahl bei sensiblen Malariastämmen, Resistenzen weltweit zunehmend – Einsatz in Deutschland selten aufgrund Importfälle
  • Rheumatologische Indikationen: Hydroxychloroquin wird bevorzugt, Chloroquin ist Reservepräparat bei Unverträglichkeit oder speziellen Indikationen (DGIM 2024)
  • COVID-19: Mehrere internationale Studien (NEJM, Lancet, IDSA 2022 ff.) belegen keine Verbesserung des Verlaufs durch Chloroquin, nationale Leitlinien (AWMF) empfehlen Chloroquin nicht
  • Netzhauttoxizität: Langzeittherapie ab 5 Jahren: jährliche Netzhautkontrolle empfohlen (DGIM-Leitlinie 2024)

Verfügbarkeit, Packungsgrößen, Preise, Liefersituation

Packungsgröße Tabletten Preis (UVP, EUR) Lieferzeit (Berlin) Lieferzeit (München) Lieferzeit (Hamburg)
Klein 20 St. ca. 19–24 € 2–3 Werktage 2–3 Werktage 2–3 Werktage
Mittel 50 St. ca. 45–55 € 2–4 Werktage 2–4 Werktage 2–4 Werktage
Groß (Reisebedarf) 100 St. ca. 90–110 € 3–5 Werktage 3–5 Werktage 3–5 Werktage

Hinweis: Chloroquinpräparate können temporär von Lieferengpässen betroffen sein. Im Bedarfsfall bitte mit Apotheke Rücksprache halten.

FAQ – Häufige Patientenfragen

  1. Muss ich während der gesamten Reisedauer Chloroquin einnehmen?
    Ja, bei Reiserisikogebieten beginnen Sie eine Woche vor Reiseantritt und setzen die Einnahme vier Wochen nach Verlassen des Gebiets fort. Bei Malariatherapie folgen Sie stets den Anweisungen Ihres Arztes!
  2. Welche Kontrollen sollte ich während der Behandlung durchführen lassen?
    Bei Langzeiteinnahme: Jährlich Augenarzt (Netzhaut), regelmäßig Blutbild und Leber-/Nierenwerte prüfen lassen.
  3. Darf ich während der Therapie Alkohol trinken?
    Alkohol ist möglichst zu vermeiden, da er Leberbelastung und Nebenwirkungsrisiko erhöhen kann.
  4. Welche Symptome erfordern einen sofortigen Arztbesuch?
    Plötzliche Sehstörungen, starke Bauchschmerzen, ungewohnter Herzschlag, schwere Ausschläge oder Fieber – bitte umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen!
  5. Was mache ich, wenn ich die Einnahme einmal vergessen habe?
    Nachholen, sobald Sie es merken. Nie die doppelte Dosis auf einmal einnehmen! Bei Unsicherheit: ärztlichen Rat einholen.

Zusätzliche Informationen

Dosierung: No selection

250mg, 500mg

Paket: No selection

30 pill, 60 pill, 90 pill, 120 pill, 180 pill, 360 pill